Mailänder Modewoche: Gucci ist im Widerstand

Mailand – Mit dieser Modebotschaft dürfte Gucci wohl jeden glücklich machen: Sei einfach du selbst!

Als einen Akt des Widerstands definierte Alessandro Michele, der Kreativdirektor des Labels, seine am Mittwoch präsentierte Kollektion Frühjahr/Sommer 2018. Die Show war der erste Höhepunkt der am Mittwoch gestarteten und noch bis Montag laufenden Mailänder Modewoche.

Vorbei an Nachbildungen von antiken Statuen und durch Torbögen hasteten die Models unter zuckenden bunten Lichtblitzen auf einem Parcours, der an eine Kartbahn erinnerte. Die Feinheiten der Kollektion ließen sich so oft nur erahnen. Hier funkelten Pailletten, dort bauten sich massive Schultern auf. Gucci-Schriftzüge und das Doppel-G-Logo waren zu erkennen. Ein Umhang führt ins Sakrale, der Trainingsanzug ins Profane. Es gibt Biederes, Phantasievolles, Skurriles, wenn auch etwas weniger exzessiv zusammengemischt als in früheren Kollektionen. Selbst ein klassischer Anzug tauchte schon mal auf.

Doch das sind alles nur Details. Alessandro Michele geht es immer viel stärker um die Geschichte dahinter. In seinem Pressetext bezieht er sich auf Deleuze, Camus und Heidegger. Widerstand ist sein Thema. Gegen die Beschleunigung im Leben, gegen die Illusion des ständig Neuen, gegen die Konformität. Aus dem Mund eines Modedesigners sind das fast schon subversive Gedanken.

Die Mailänder Modewoche hat nun Fahrt aufgenommen. In den kommenden Tagen warten mit zum Beispiel Prada, Versace und Giorgio Armani weitere Top-Namen der italienischen Designerszene.


(dpa)

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