Seniorengerechtes Wohnen – Das sollten Sie beachten

Seniorengerechtes Wohnen – Das sollten Sie beachten

Die meisten Menschen möchten auch im Alter in ihrer vertrauten Umgebung leben. Sie kennen ihre Nachbarn, den Bäcker um die Ecke, den kleinen Park zwei Straßen weiter. Schwierig wird dies allerdings, wenn die Beweglichkeit nachlässt und mehr und mehr altersbedingte Gebrechen auftauchen. Dann stellt sich die Frage, ob die wohlbekannte Wohnung nicht zur gefährlichen Stolperfalle werden könnte.

Wie soll eine seniorengerechte Wohnung aussehen?

Das Schlagwort heißt „barrierefrei“. Selbst kleinste Hindernisse können bei einem alten Menschen große Probleme verursachen. Eine Stufe im Flur oder zwischen zwei Räumen, eine hohe Dusch- oder Badewanne oder gar eine Treppe sind manchmal nicht ohne Hilfestellung zu bewältigen. Was eine barrierefreie Wohnung ausmacht beziehungsweise was die wesentlichen Anforderungen sind, wurde sogar schon unter der DIN 18025 in einer Normvorschrift zusammengefasst. Sie beschreibt die Planungsgrundlagen etwa für das Badezimmer, die Küche, die Breite von Türen und Durchgängen oder die Art der Bodenbeläge. In einem gesonderten Teil der Norm werden die Anforderungen im Hinblick auf Rollstuhlfahrer spezifiziert.

Grundanforderungen barrierefreie Wohnung

Eine Wohnung gilt dann als weitgehend barrierefrei, wenn sie mindestens folgende Kriterien erfüllt:

  • Sie ist ohne Schwellen oder Stufen begehbar, so dass Bewegungseinschränkungen keine Rolle spielen.
  • Es gibt eine bodengleiche Dusche für eine eigenständige Körperpflege ohne Beeinträchtigungen.
  • Türen und Durchgänge sind breit und die Bewegungsflächen in den verschiedenen Räumen groß genug, um die Benutzung eines Rollators, unter Umständen auch eines Rollstuhls, zu gewährleisten.
  • Die technische Ausstattung sowie die Beleuchtung sind so ausgelegt, dass sie die Sicherheit nicht gefährden.
  • Es gibt auf die Bedürfnisse des Bewohners zugeschnittene Hilfsmittel wie Haltegriffe, Sitz- und Aufstehhilfen, zum Beispiel im Bad, um Bewegungseinschränkungen auszugleichen.

Fachliche Kompetenzen nutzen

Sicher-ins-alter.de-Redakteur Michael Enders sagte zum Launch der Webseite, die Menschen genau in diesem Thema unterstützen will: „Das Leben in einem Pflegeheim ist oft mit höheren Kosten verbunden, die sich nicht jeder Rentner leisten kann oder möchte. Auch die Angehörigen sind nicht immer imstande die entstehenden Kosten zu übernehmen. Wir erläutern mehrere Alternativen, die von sicheren mobilen Notruflösungen über den barrierefreien Umbau der eigenen Wohnung, bis hin zum Finden von qualifizierten privaten Pflegekräften reichen.

Sowohl Angehörige als auch die betroffenen Senioren selbst sollten sich rechtzeitig Gedanken machen, was in einer Wohnung verändert werden muss. Je eher Sie damit beginnen, desto schonender wird der Übergang. In vielen Fällen kann die Barrierefreiheit Schritt für Schritt hergestellt werden. Mit etwas handwerklichem Geschick sind kleinere Arbeiten auch gut selbst durchzuführen, etwa die Montage von Haltegriffen, Rauch- und Feuermeldern. Das senkt die Kosten.

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie vorgehen sollen, können Sie sich an kompetente Beratungsstellen wenden, die Ihnen gerne weiterhelfen, zum Beispiel an das örtliche Sozialamt. Außerdem finden Sie online beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und auch hier weitere Tipps.

Bildquelle: Thinkstock, 176524625, iStock, Goodluz