Auch ohne Benzema: «Équipe tricolore» will den Heimtitel

Berlin (dpa) – Einer der Besten darf vor heimischem Publikum nicht mitspielen. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps verzichtet bei der EM auf Toptorjäger Karim Benzema nach dessen Verwicklung in eine Erpressungsaffäre.

Das war auch im Sinne von Frankreichs politischer Führung. Andere müssen es nun richten. Einer wie Antoine Griezmann, der Bayern-Schreck aus dem Champions-League-Halbfinale gegen Atlético Madrid.

Auch ohne Bezema hat die Équipe tricolore das Zeug, wie 1984 bei der EM und 1998 bei der WM den Heimvorteil zu nutzen und nach anderthalb Jahrzehnten wieder einen Titel zu holen. Vor allem aber will sich das Team diesmal wieder als Einheit präsentieren: Gleichheit und Brüderlichkeit. Ein neuerlicher Skandal wie bei der WM 2010 wäre unerträglich für die Grande Nation.

Die Anschläge im November 2015 haben das Team, das zum größten Teil in den europäischen Topligen sein Geld verdient, noch näher zusammenrückenlassen. Die Mischung stimmt, erfahrene Kräfte wie Kapitän Hugo Lloris im Tor, Laurent Koscielny oder Olivier Giroud, dazu Spieler wie Bayerns Kingsley Coman oder Reals Raphaël Varane, die trotz jüngerer Jahre schon einiges vorzuweisen haben. Am 10. Juni zum Auftakt gegen Rumänien sollen sie alle es zeigen – ohne Benzema.

Fotocredits: Jorge Zapata