Cacau: Fußball nicht «für Ideologien» missbrauchen

Berlin – Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau hat mit Blick auf den umstrittenen Salut-Jubel betont, dass der Fußball «nicht für Ideologien missbraucht» werden dürfe.

Der 38 Jahre alte Ex-Nationalspieler gab im ZDF-«Sportstudio» an, dass die Bestrafung der Nachahmer auf den Amateurplätzen nicht direkt Sache des Deutschen Fußball-Bundes, sondern die der Landesverbände sei. Es sei «wichtig zu sagen, dass man das verurteilt».

Türkische Nationalspieler hatten in der EM-Qualifikation wiederholt beim Torjubel einen militärischen Gruß gezeigt. Ihr politisches Bekenntnis zum Militäreinsatz türkischer Streitkräfte in Nordsyrien zur Bekämpfung der Kurdenmiliz YPG wird international kritisiert, die Europäische Fußball-Union untersucht den Fall. In Deutschland gab es in den unteren Spielklassen bereits Nachahmer, die Landesverbände kündigten im Anschluss an, diese Fälle vor die Sportgerichte bringen zu wollen.

«Der Fußball ist ein Spiegelbild der Gesellschaft», sagte der gebürtige Brasilianer Cacau, der während seiner erfolgreichen Karriere 23 Länderspiele im DFB-Trikot absolviert hat. «Es ist wichtig, verantwortungsvoll mit diesen Themen umzugehen.»

Im Fall der rassistischen Anfeindungen gegen englische Nationalspieler im EM-Qualifikationsspiel in Bulgarien sprach Cacau von «krassen» Verfehlungen, nach denen als Sanktion auch Punktabzüge ausgesprochen werden sollten. «Sowas will man nicht in den Stadien sehen», sagte er. Im Stadion in Sofia waren unter anderem Affenlaute zu hören und der Hitler-Gruß zu sehen. Es kam im Anschluss bereits zu Festnahmen vermeintlicher Täter. Auch hier ermittelt die UEFA.

Fotocredits: Boris Roessler
(dpa)

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