Dänemark spielt mit Halbprofis und Hallenfußballern

Trnava – Mit einem Team aus Halbprofis und Hallenfußballern ist Dänemark am Mittwoch zum Fußball-Länderspiel in der Slowakei angetreten.

Interimstrainer John Jensen, der einst für den Hamburger SV in der Bundesliga spielte, setzte beispielsweise in Trnava im Tor auf den 31-jährigen Christoffer Haagh, der in seiner Karriere mehr als 50 Futsal-Länderspiele bestritt. Ansonsten bestand die Startelf vor allem aus Zweitliga-Spielern, die mitunter nebenbei studieren oder einem Job nachgehen.

Der dänische A-Kader ist nicht zum Spiel angetreten, weil die Spieler im Streit mit dem Verband DBU über die Ausgestaltung von Werbeverträge stehen. Auch Nationaltrainer Age Hareide und sein Assistent Jon Dahl Tomasson, einst für den VfB Stuttgart aktiv, standen deshalb nicht zur Verfügung. Dänemark wollte das Spiel aber nicht absagen, um einer Strafe durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) zu entgehen. Eine hohe Geldstrafe bis hin zum EM-Ausschluss hätte Dänemark gedroht.  

Die DBU will die Slowaken für das Chaos finanziell entschädigen. Dem slowakischen Fußballverband soll nach DBU-Angaben eine Kompensation für die Einnahmeverluste beim Testspiel an diesem Mittwoch in der Slowakei gezahlt werden. Nachdem bekannt wurde, dass bei dem Testspiel in Bratislava nur eine Notelf antritt, wurden die Tickets mit nur einem Euro gehandelt.

Der langjährige Nationalcoach Morten Olsen zeigte sich angesichts der Farce entsetzt. «Unverantwortlich gegenüber allen Fans und Fußball-Liebhabern» sei die Aktion gewesen. Der ganze Streit sei unnötig gewesen, da genug Zeit bestanden habe, um eine Lösung zu finden.

Fotocredits: Ronald Zak
(dpa)