DFB-Vizepräsident Koch: Image des Verbandes hat gelitten

Kassel – DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat sich vehement gegen Kritik am Verband gewehrt, aber auch einen Imageverlust eingeräumt.

Beim 3. Amateurkongress des Deutschen Fußball-Bundes in Kassel erklärte der 60-Jährige, dass sich der Volkssport Nummer eins einer «Frischzellenkur» unterziehe, um «dann wieder quicklebendig zu sein, wenn ganz Fußball-Europa bei der Euro 2024 auf Deutschland schaut. Jetzt ist die Zeit, anzupacken!» Fakt sei, so Koch weiter: «Der Fußball lebt, auch wenn uns viele weismachen wollen, dass er tot ist.»

In seiner Grundsatzrede «Aufbruch 2024: Erfolg – Verantwortung – Engagement» gestand der für die Amateure zuständige Spitzenfunktionär, «dass wir mit gravierenden Problemstellungen konfrontiert sind. Das Image hat gelitten. Wer das nicht erkennt, lügt sich in die eigene Tasche. Mit Halbwahrheiten kommen wir nicht weiter!» Aber man dürfe sich von den «in der Öffentlichkeit dramatisierten Statistiken, die uns den bevorstehenden Untergang des Amateurfußballs prophezeien, nicht einschüchtern lassen», sagte Koch und forderte die Amateurvertreter zur Geschlossenheit auf. Der Wandel der Gesellschaft macht auch vor dem Amateurfußball keinen Halt, dies müsse man als Chance begreifen.

Der DFB kämpft unter anderem mit Nachwuchsproblemen. Verbandspräsident Reinhard Grindel hatte zum Auftakt des dreitätigen Kongresses auch fehlende Fußballplätze, gerade in den Städten beklagt. Der durch die immer noch nicht ausgestandene «Sommermärchen»-Affäre um die WM 2006 ohnehin belastete 7,09-Millionen-Mitglieder-Verband kämpft mit den Nachwirkungen der WM-Blamage der Nationalmannschaft in Russland. Zuletzt stand der DFB wegen teurer Funktionärsreisen und Feiern in der Kritik.

Fotocredits: Alex Grimm
(dpa)

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