Die Hingucker der neuen Bundesliga-Saison

Hannover – Nach dem deutschen WM-Debakel soll die Bundesliga mit einer spannenden Saison die Fußball-Stimmung im Land wieder herstellen. Zwar haben die 18 Clubs weniger Geld ausgegeben als im Jahr zuvor, dennoch gibt es in jedem Verein interessante Personalien.

Die Deutsche Presse-Agentur nennt 18 Gesichter, auf die es sich in der neuen Spielzeit zu achten lohnt.

CORENTIN TOLISSO: Der Franzose hat nach dem Gewinn des WM-Titels mit Frankreich ein ganz anderes Standing bei den Bayern. Das muss der Mittelfeldspieler nun auch im Club zeigen. Angesichts fehlender Star-Einkäufe werden viele Augen auf Tolisso gerichtet sein.

DOMENICO TEDESCO: Der 32 Jahre alte Trainer hat die Schalker gleich in seinem ersten Jahr auf Platz zwei geführt. Entsprechend groß ist die Euphorie um den Coach. Nun muss er beweisen, dass er das Team auch spielerisch weiterentwickeln kann.

JULIAN NAGELSMANN: Der Hoffenheimer Coach steht unter ganz besonderer Beobachtung. Sein Abschied nach Leipzig steht fest, als Lame Duck sieht sich der 31-Jährige aber nicht. In seinem letzten Jahr im Kraichgau will er mit der TSG wieder in die Champions League.

AXEL WITSEL: Gleich in seinem ersten Spiel unterstrich der Mann mit dem Afrolook seinen Wert für den BVB, traf im Pokal in Fürth. Der WM-Dritte soll der neue Leader in Dortmund werden. Als Kämpfer und Stratege muss er im Mittelfeld den Ton angeben.

PAULINHO: 18,5 Millionen Euro legte Bayer Leverkusen für den Brasilianer auf den Tisch. Das 18 Jahre alte Sturmjuwel soll die Offensive der Rheinländer noch schneller und variabler machen. Er ist der drittteuerste Transfer der Club-Geschichte.

RALF RANGNICK: Auf der Suche nach einem Interimstrainer für ein Jahr wurde der Sportdirektor bei sich selbst fündig. Bis Julian Nagelsmann im Sommer 2019 übernimmt, ist Rangnick der starke Mann in Leipzig. Eine Doppelbelastung, die auch Risiken in sich birgt.

BENJAMIN PAVARD: Der Franzose war eine der große Überraschungen der WM. Genauso überraschend ist es, dass er immer noch beim VfB Stuttgart spielt. Doch die Bayern wollen ihn wohl erst 2019. Pavard nimmt die neue Rolle an, will mit den Schwaben in die Europa League.

ANTE REBIC: Dass der Kroate nach seiner starken WM noch in Frankfurt spielt, ist ein großer Erfolg für die Eintracht. Der Stürmer soll die Hessen in der Liga und in der Europa League zu Erfolgen führen. Nach dem frühen Aus im DFB-Pokal ist auch Rebic besonders gefordert.

ALASSANE PLEA: Gladbach hat endlich wieder einen Mittelstürmer. Für 23 Millionen Euro kam der Franzose aus Nizza. Beim 11:1-Kantersieg im Pokal gegen den Fünftligisten BSC Hastedt traf Plea gleich dreifach. Schlägt der 25-Jährige ein, ist Gladbach ein Kandidat für Europa.

VEDAD IBISEVIC: Der Routinier führt die Hertha in diesem Jahr als Kapitän an. Auch weil die Berliner auf prominente Neuzugänge verzichteten, ist der Stürmer der Star bei den Hauptstädtern. Hertha braucht seine Tore, um eine gute Rolle zu spielen.

MAX KRUSE: Das Enfant terrible ist plötzlich sogar Kapitän. Bremens Trainer Florian Kohfeldt hält große Stücke auf den Angreifer und lässt ihm seine Freiheiten. Mit Kruses Treffern will Werder wieder nach Europa. Dann dürfte es auch mit einem neuen Vertrag klappen.

ANDRÉ HAHN: Beim Hamburger SV wurde der Angreifer nie richtig glücklich, zählte beim Absteiger am Ende nicht einmal mehr zum Kader. In alter Umgebung will Hahn seiner Karriere nun wieder einen Schub geben und mit dem FC Augsburg eine sorgenfreie Saison verleben.

NICLAS FÜLLKRUG: Der Torjäger der Vor-Saison ist ein Fixpunkt bei Hannover 96. Auch deshalb blieben die Bosse hart, als der Stürmer nach Gladbach wollte. 96 braucht wieder viele Füllkrug-Tore, um im Kampf gegen den Abstieg zu bestehen.

JEAN-PHILIPPE MATETA: Rund acht Millionen Euro haben die Mainzer für den Angreifer überwiesen. Viel Geld für die 05er. Der 21 Jahre alte Franzose wird noch etwas Zeit brauchen, doch dann soll der Stürmer den FSV mit seinen Toren ins gesicherte Mittelfeld schießen.

NILS PETERSEN: Freiburg hat plötzlich wieder einen Nationalspieler. Auch wenn es der Angreifer nicht in den WM-Kader schaffte, ist er der neue Star im Breisgau. Eine Rolle, die seinem Naturell zwar nicht entspricht, die er aber annimmt.

YUNUS MALLI: Für mehr als zwölf Millionen Euro war der Türke im Winter 2017 aus Mainz gekommen. Die Erwartungen konnte er beim VfL bislang aber nicht erfüllen. Die neue Saison könnte seine letzte Chance sein, doch noch richtig in Wolfsburg Fuß zu fassen.

FRIEDHELM FUNKEL: Der Trainer-Veteran ist zurück in der Bundesliga. Mit seiner großen Erfahrung und ruhigen Art will er Düsseldorf wieder im Oberhaus etablieren. Verbiegen lässt sich der 64-Jährige bei seiner letzten Station im Profibereich nicht.

MICHAEL KÖLLNER: Der den Nürnberger Aufstiegscoach geht es nicht nur darum, seine Spieler besser zu machen, er will sie auch als Menschen weiterentwickeln. In der Vorbereitung stand daher nicht nur Fußball, sondern auch ein Friedhofsbesuch an.

Fotocredits: Matthias Balk
(dpa)