Eintracht gewappnet für «Showdown in der Kathedrale»

Frankfurt/Main – Eintracht Frankfurt fühlt sich nach dem 0:0 gegen Inter Mailand für den «Showdown in der Kathedrale» besonders gerüstet.

«Es gibt jetzt ein Endspiel. Im Mai haben wir gezeigt, dass wir Endspiele können», sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann zur Chance im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League am nächsten Donnerstag im San-Siro-Stadion. Immerhin gewannen die Hessen das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern. Sein Sportvorstand Fredi Bobic, der die Mailänder Arena mit einer Kathedrale verglich, untermauerte dies: «Wir wissen, wir können weiterkommen.»

Mit der Nullnummer hat der Bundesligafünfte aus eigener Sicht die bessere Ausgangslage. «Das 0:0 lässt uns zwei Optionen für das Rückspiel, Inter hat nur eine Option», erklärte Bobic. «Sie müssen gewinnen, uns reicht ein Unentschieden mit einem eigenen Tor.» Eintracht-Trainer Adi Hütter sieht den 18-maligen italienischen Fußball-Meister deshalb «unter Zugzwang». Und seiner Mannschaft traut er angesichts einer starken zweiten Hälfte zu, in Mailand Chancen zu kreieren und Tore zu machen.

Für die Frankfurter hätte es im eigenen Stadion schlechter und besser ausgehen können. In der ersten Halbzeit machten die Profis aus dem Land des Catenaccios ordentlich Druck und waren an einem Treffer sehr nahe dran. Doch Eintracht-Torwart Kevin Trapp parierte den umstrittenen Strafstoß von Marcelo Brozovic (22. Minute) glänzend – Gelson Fernandes hatte Inter-Stürmer Lautaro Martínez durch einen Rempler zu Boden gebracht. «Es war ein unfassbares Gefühl und etwas Besonderes», sagte der 28 Jahre alte Keeper zu seiner Heldentat. «Vielleicht ist es nur noch schöner, ein Tor zu schießen.»

Nach einer Standpauke von Hütter in der Halbzeitpause wegen der zunächst «zu mutlosen» Darbietung, lag auch ein Sieg in der Luft. In der 53. Minute verweigerte der schottische Referee William Collum den Gastgebern einen Elfmeter, als Sebastién Haller von Danilo D’Ambrosio zu Fall gebracht wurde. Völlig außer sich, kickte Hütter («Ein klarer Elfmeter») eine Wasserflasche weg und wurde auf die Tribüne verbannt. «Das gehört sich nicht», entschuldigte sich der Österreicher und scherzte: «Man hat gesehen, dass ich in meiner Karriere einen guten rechten Fuß gehabt habe.»

Von weit oben musste er aber auch ansehen, dass sein Landmanns Martin Hinteregger (70.) noch eine hundertprozentige Torchance vergab, als er unbedrängt wenige Meter vor dem Inter-Gehäuse den Ball vorbei köpfte. «Der Kopfball muss ins Tor gehen. Ich war in dem Moment so überrascht und wollte den Kopfball zu schön setzen», sagte der Rechtsverteidiger. «Da sind zwei Gedanken zusammengekommen.» Hütter lobte Hinteregger dennoch für ein «tolles Spiel», auch wenn er seine Leistung mit einem Torerfolg «eine Stufe höher» eingeschätzt hätte.

Wesentlich zum Zu-Null-Ausgang der Partie trug Frankfurts Abwehrchef Makoto Hasebe bei, der aber einen Nasenbeinbruch erlitt und um den Einsatz im Rückspiel bangen muss. «Mal sehen, ob er mit einer Maske spielen kann», sagte Hütter am Freitag. «Wenn es eine Gefahr sein sollte, weiß ich, was ich zu tun habe.» Dann würde er den Japaner am Montag (20.30 Uhr) nicht im Bundesligaspiel bei Fortuna Düsseldorf einsetzen, um ihn für das Mailand-Spiel zu schonen.

Möglich ist, dass Stürmerstar Ante Rebic gegen Inter wieder mitwirken kann. Der kroatische Vizeweltmeister war nach einer Knieverletzung zu einem ihm vertrauten Arzt nach Belgrad gereist. «Er soll am Dienstag retour sein. Es wäre schön, wenn er eine Option wäre», sagte Hütter.

Er muss nach der Achtelfinal-Kür gegen Inter nun seine Profis auf die Liga-Pflicht in Düsseldorf einstellen. «Wir wissen um die Gefahr in dem Spiel. Da müssen wir auf der Hut sein», warnte Hütter. «Wir haben auch hohe Ziele in der Meisterschaft.»

Keine große Klage kommt von den Frankfurtern über die Ansetzung am Montag, ein Spieltag, der zur Entlastung der Europacup-Clubs eingeführt wurde. «Ein Bundesligaprofi sollte dreimal in einer Woche spielen können», meinte Bobic.

Fotocredits: Uwe Anspach
(dpa)

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