Eintracht sieht Chance: «Wir wollen, dass der Traum lebt»

Frankfurt/Main – Für Eintracht Frankfurt ist der 18-malige italienische Fußball-Meister Inter Mailand zwar Favorit, aber nicht unbezwingbar.

«Wir sind seit neun Spielen ungeschlagen und haben Selbstbewusstsein», sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Europa League heute (18.55 Uhr/DAZN/Nitro). Wie will der Bundesligist es schaffen, ins Viertelfinale einzuziehen und wie stark ist der Renommierclub aus der Lombardei aktuell:

STRATEGIE DER EINTRACHT: Erst im eigenen Stadion zu spielen, gilt eher als Nachteil. Die Eintracht will dennoch das Beste daraus machen – aber nicht mit totaler Offensive den Italienern ins Messer laufen. «Es sind K.o.-Spiele. Da müssen wir versuchen, zu Null zu spielen. Gegen Schachtjor Donezk haben wir gezeigt, dass wir ein anderes Gesicht haben und nicht nur nach vorne laufen, sondern auch den Kopf einschalten», erklärte Coach Hütter. Inter sei viel zu stark, um das zuzulassen. «Deshalb müssen wir eine gute Mischung zwischen kontrollierter Offensive und einer stabilen Defensive finden.» Das Rückspiel wird am 14. März in Mailand ausgetragen.

VORTEIL STURM: Falls es mit dem zu Null nicht klappen sollte, hat der DFB-Pokalsieger einiges im Sturm zu bieten. Mit bisher insgesamt 23 Toren in acht Europa-League-Spielen schossen die Frankfurter die meisten in diesem Wettbewerb. Aus dem magischen Torjägertrio wird zwar Ante Rebic (Kniebeschwerden) fehlen, aber Sébastien Haller und Luka Jovic werden als Ersatz keinen schlechten Sturm-Partner bekommen: Entweder Mijat Gacinovic oder sogar Gonçalo Paciência. Der 24-jährige Portugiese hatte im vergangenen Bundesligaspiel gegen 1899 Hoffenheim (3:2) das Siegtor erzielt. Hütter: «Er ist eine Option.»

KRISE BEI MAILAND: Ein langwieriger Krach mit Stürmerstar Mauro Icardi über eine Vertragsverlängerung und mehr Geld sorgt beim dreimaligen Champions-League-Gewinner für schlechte Stimmung. Das Resultat: Aus zwei Liga-Spielen holte Inter nur einen Punkt. Für Eintracht-Trainer Hütter ist dies eher ein Grund, noch mehr auf der Hut zu sein: «Ich lassen mich davon nicht blenden. Mailand hat genug Qualität und ist ein dicker Brocken.» Erschwerend kommt für die Italiener hinzu, dass ihr belgischer Spielmacher Radja Nainggolan sich im Training verletzt hat und ausfällt.

DER TRAUM: «Wir wollen, das der Traum weiterlebt», sagte Frankfurts Verteidiger Martin Hinteregger, der mit 50 Europacuppartien der erfahrenste Eintracht-Spieler auf internationalen Terrain ist. «Wenn wir mit so einer Siegermentalität ins Spiel gehen wie gegen Hoffenheim, haben wir eine Chance. Aber Inter ist schon ein Stück besser als Hoffenheim», meinte er. Die Eintracht gewann 1980 den UEFA-Cup, den Vorläufer der Europa League, und überstand insgesamt vier Mal ein Achtelfinale in diesem europäischen Wettbewerb. Zuletzt gelangten die Hessen in der Saison 1994/94 in die Runde der letzten acht Mannschaften.

Fotocredits: Arne Dedert
(dpa)

(dpa)