Englands «guter Test» – Belgien bereit fürs Achtelfinale

Kaliningrad – Für den einen war es ein «guter Test», für den anderen die optimale Vorbereitung auf die K.o.-Runde bei der Fußball-WM. Doch nach dem abschließenden Vorrunden-Duell zwischen England und Belgien mussten sich beide Trainer für ihre XXL-Rotation rechtfertigen.

«Dafür, dass wir neun neue Spieler hatten, haben wir ein gutes Spiel gemacht», betonte der belgische Coach Roberto Martinez nach dem 1:0-Erfolg in Kaliningrad. Und auf die Frage, ob er er glücklich über den Gruppensieg sei, antwortete der 44-Jährige: «Ja, wirklich!»

Wie Martinez hatte auch Englands Coach Gareth Southgate fast sämtliche Stammkräfte wie Top-Torjäger Harry Kane geschont und ein auf acht Positionen verändertes Team auf den Rasen geschickt. «Letztlich muss einer entscheiden, was in der Situation das Beste für die Mannschaft ist», verteidigte Southgate seine Strategie trotz der ersten Niederlage in Russland, die Adnan Januzaj mit seinem herrlichen Treffer (51. Minute) in der mäßigen Partie besiegelte.

Angesicht der bereits feststehenden Achtelfinal-Qualifikation verstand Southgate die Runderneuerung auch als eine Art Teambuilding-Maßnahme. «Wir hatten jetzt 21 Spieler im Einsatz. Das ist auch wichtig für den Zusammenhalt der Mannschaft», meinte der Trainer der Three Lions. «Wir haben zwar nicht gewonnen. Und vielleicht gibt es jetzt Kritik, aber ich stehe dazu. Wir wollten nicht das Risiko eingehen, einen Schlüsselspieler zu verlieren.» Zudem habe er viel gelernt aus dem Spiel: «Es war ein guter Test.»

Die Erkenntnisse dürften sich für beide Trainer jedoch in Grenzen halten. Außer, dass der zweite Anzug wohl kaum genügend Qualität besitzt, um die Achtelfinal-Gegner zu bezwingen. Die Roten Teufel bekommen es am Montag in Rostow mit Japan zu tun, England muss am Dienstag im Moskauer Spartak-Stadion gegen Kolumbien ran. Klar ist, dass dann wieder sämtliche Stammkräfte auflaufen. Und es wird sich zeigen, ob die Trainer ihre erste Elf aus dem Rhythmus gebracht haben. Martinez ist überzeugt, dass dies nicht der Fall ist: «Wir werden bereit sein.»

Fotocredits: Marius Becker
(dpa)