Funkel: Umgang mit Trainern eine «bedenkliche Entwicklung»

Düsseldorf – Friedhelm Funkel hat den Umgang mit Trainern im deutschen Profifußball deutlich kritisiert. «Es zeigt, dass einige Vereine keine Geduld mehr haben. Das ist eine bedenkliche Entwicklung», sagte der Coach von Fortuna Düsseldorf in einem Interview des Weser-Kuriers.

Der 65-Jährige führte als Negativ-Beispiel den VfB Stuttgart an. «Vergangene Saison holt der VfB in höchster Not Tayfun Korkut. Der hält nicht nur die Klasse, sondern schafft fast noch einen Europapokalplatz. In der neuen Saison wird er schon im Oktober beurlaubt. Das ist für mich nicht nachvollziehbar», sagte Funkel.

Funkel hatte in diesem Jahr selbst unangenehme Erfahrungen gemacht, als der ehemalige Fortuna-Geschäftsführer Robert Schäfer in der Vorbereitung zur Rückrunde die Trennung vom Coach zum Saisonende verkündet hatte. Nach öffentlichen Protesten wurde Funkels Vertrag für den Fall des Klassenerhalts um ein Jahr verlängert. Düsseldorf machte den Liga-Verbleib am 28. Spieltag perfekt. Funkel: «Die Bundesliga ist für Trainer teilweise abenteuerlich geworden, das muss man leider so sagen.»

Eine gute Zukunft sagte Funkel seinem Kollegen Florian Kohfeldt von Werder Bremen, gegen das Düsseldorf am Samstag spielte, voraus: «Als Trainer hat er eine klare Vorstellung, wie er spielen lassen will und wechselt sehr variabel die Systeme. Das Positivste: Er ist mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben.»

Fotocredits: Thomas Frey
(dpa)

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