Fußball-Regelhüter beraten Modifikation der Handspiel-Regel

Aberdeen – Im noblen Hotel The Marcliff and Spa vor den Toren von Aberdeen beraten die Fußball-Regelhüter bei ihrem Jahrestreffen eine Modifikation der viel diskutierten Handspielregel.

Als gesichert gilt, dass die acht Mitglieder des International Football Association Board (IFAB) am Samstag einen Zusatz einführen, wonach per Hand erzielte Tore künftig grundsätzlich nicht mehr gelten.

Auch ein Handspiel, das zu einer Torchance führt, muss künftig in jedem Fall geahndet werden, unabhängig von Kriterien wie der Bewegung der Hand, der Entfernung zwischen Gegner und Ball und der Position der Hand, die bislang im Ermessensspielraum des Schiedsrichters liegen und in der Bundesliga zuletzt zu heftigen Diskussionen geführt hatten.

Eine grundsätzliche Änderung der Handregel ist nicht angedacht. Vielmehr sollen die bislang drei Kriterien für eine Strafbarkeit eines Handspiels auf möglicherweise zwölf erweitert werden, um den Referees eine klarere Leitlinie zu geben.

Dem IFAB gehören vier FIFA-Mitglieder und Vertreter der vier britischen Fußball-Verbände an. Das Gremium ist zuständig für alle Regelfragen im Weltfußball. Es kommt einmal im Jahr zusammen. Beschlossene Änderungen treten in der Regel am 1. Juni des gleichen Jahres in Kraft.

Am Samstag beraten die IFAB-Mitglieder unter anderem auch über Änderungen bei Einwechslungen. Demnach sollen künftig ausgewechselte Spieler das Feld an jeder Stelle des Platzes verlassen können. Zudem muss der Ball beim Abstoß oder Freistoß den eigenen Strafraum nicht mehr verlassen.

Keine Zukunft hat nach einer Testphase offenbar das neue Format für das Elfmeterschießen, bei dem die Schützen der Mannschaften nicht abwechselnd, sondern im sogenannten ABBA-Rhythmus schießen – ein Spieler der Mannschaft A, dann zwei Spieler des Teams B, dann zwei des Teams A bis zu einer Entscheidung.

Fotocredits: Tobias Hase
(dpa)

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