Ibrahimovic wechselt in die MLS: US-Fußball statt Rente

Los Angeles – Zlatan Ibrahimovic ist immer für eine Überraschung gut. «Liebes Los Angeles, bitte schön», stand auf einer ganzseitigen Werbeanzeige in der «Los Angeles Times», darunter die Unterschrift des Superstars.

Auf diese ungewöhnliche Art teilte er mit, dass der Wechsel zu Los Angeles Galaxy nach monatelangen Spekulationen nun fix ist. Bereits am Vortag bestätigte sein bisheriger Verein Manchester United, dass der bisherige Vertrag des Schweden mit sofortiger Wirkung gelöst wurde.

«Auch große Dinge kommen zu einem Ende, und es ist Zeit, weiterzuziehen nach zwei fantastischen Jahren bei Manchester United», schrieb Ibrahimovic bei Instagram. Schon seit Monaten wird über einen Wechsel in die MLS spekuliert, nun darf sich der deutsch-amerikanische Galaxy-Trainer Sigi Schmid über einen neuen Star in seinen Reihen freuen.

Die amerikanische Fußball-Liga festigt damit ihr Image als Altersheim für europäische Top-Stars. Nicht zuletzt Bastian Schweinsteiger (33) und David Villa (36) sind derzeit in der amerikanischen Liga aktiv, Andrea Pirlo (38) hat erst Ende des vergangenen Jahres seine Karriere nach zweieinhalb Jahren beim New York City FC beendet.

Für die MLS insgesamt dürfte der Ibrahimovic-Wechsel ein schöner Deal sein, der sich in den kommenden Wochen auch gut vermarkten lässt. «Ibrakadabra» ist immer für einen lustigen Spruch zu haben, der 36-Jährige wird seinen ganz eigenen Glamour mit an die amerikanische Westküste bringen.

«Wir brauchen den Philosophen nicht, der Zwerg und ich reichen vollkommen», sagte der Schwede einst über seinen damaligen Trainer Pep Guardiola und seinen Mitspieler Lionel Messi in Barcelona. Solche Sprüche bleiben hängen – LA Galaxy und die MLS haben also ein Investment für mehr Aufmerksamkeit getätigt. In Kalifornien soll der 1,95 Meter große Mittelstürmer nach Angaben des US-Sportsenders ESPN einen Zweijahresvertrag und insgesamt drei Millionen Dollar (etwa 2,4 Millionen Euro) erhalten.

Ob der Wechsel für LA Galaxy aber auch sportlich erfolgreich sein wird, ist fraglich. In der laufenden Saison hat Ibrahimovic gerade einmal sechs Spiele gemacht – mit mageren 187 Minuten Einsatzzeit. Bei ManUnited fiel er zuletzt wegen Knieproblemen und Trainingsrückstands aus, sein letztes Spiel für die Red Devils machte er am zweiten Weihnachtstag.

Die großen Jahre seiner Karriere, in denen der Schwede regelmäßig Torschützenkönig wurde, sind vorbei. In Erinnerung bleibt nicht zuletzt der sensationelle Fallrückzieher, mit dem «Super Zlatan» im November 2012 aus rund 25 Metern den 4:2-Endstand in einem Testspiel der Schweden gegen England erzielte. Doch Nostalgie wird die aktuelle Form des Altmeisters nicht verbessern.

Zugeben würde der immer sehr selbstbewusst auftretende Mann aus Malmö natürlich nicht, dass seine Zeit abgelaufen ist und der eigene Körper Profi-Fußball inzwischen immer weniger möglich macht. Stattdessen hat Ibrahimovic immer wieder in Aussicht gestellt, dass er sich auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft und dann auch eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in drei Monaten in Russland vorstellen könnte.

«Ich vermisse die Nationalmannschaft», sagte der schillernde Torjäger Anfang des Monats. «Ibrakadabra» war nach der EM 2016 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Für die anstehenden Testspiele der Schweden gegen Chile (Samstag, 18.00 Uhr) und in Rumänien (Dienstag, 20.30 Uhr) hat Nationaltrainer Janne Andersson den Superstar nicht berücksichtigt. «Ihr redet, ich spiele», hat Ibrahimovic mal gesagt. Es wäre allerdings nicht verwunderlich, wenn sich dieses Zitat in seiner Zeit in den USA umkehren würde.


(dpa)

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