Irland jubelt: «Daraus sind Träume gemacht»

Lille (dpa) – Minuten nach dem Schlusspfiff genossen Irlands Helden noch immer den Applaus ihrer Fans. Nach dem 1:0-Sieg über Italien und dem historischen ersten Einzug in die K.o.-Runde einer Fußball-EM drehten die Nationalspieler ihre verdiente Ehrenrunde durch das Stadion in Lille und ließen sich feiern.

«Ich bin stolz, es ist fantastisch für das Team», sagte Torschütze und Matchwinner Robbie Brady. «Es ist das, woraus Träume gemacht sind.» Im Achtelfinale wartet auf die Iren nun am Sonntag Gastgeber Frankreich, doch darüber wollte im großen Jubel nach dem Schlusspfiff noch niemand wirklich nachdenken. «Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wenn wir wieder zu Hause sind», sagte Trainer Martin O’Neill. «Es wird nicht leicht für uns. Wir brauchen eine Leistung wie heute Abend, um eine Chance zu haben.»

Gegen Italiens kompakte Defensive taten sich die Iren lange Zeit schwer, auch wenn sie Leidenschaft, Kampf und Siegeswillen in die Partie einbrachten. Bei einem Pfostentreffer von Italiens Lorenzo Insigne hatte die Boys in Green noch Glück, anschließend traf Brady spät per Kopf zum verdienten Siegtreffer (85. Minute). «Es war schwierig gegen diese italienische Mannschaft, aber wir haben es geschafft, eines der besten Teams der Welt zu schlagen», schwärmte Brady.

Es ist Irlands dritte EM-Teilnahme nach 1988 und 2012, zum ersten Mal schaffte es das Team in die K.o.-Runde – wie mit England, Wales und Nordirland drei weitere britische Teams. «Ich denke nicht, dass ich eine bessere Nacht als Irland-Trainer hatte. Und ich hatte einige großartige Nächte. Das war sehr besonders heute», sagte O’Neill.

Verlierer Italien hingegen kassierte im dritten EM-Spiel die erste Niederlage und muss nun mit einem Negativerlebnis in das schwere Achtelfinale gegen Spanien am Montag gehen. «Ich denke, wir haben keine Niederlage verdient, ein Remis wäre gerechter gewesen mit Blick auf die Chancen», sagte Trainer Antonio Conte, der sein auf acht Positionen verändertes Team für die Leistung lobte. Sorgen macht dem Coach das Spiel gegen Spanien nicht: «Warum sollten wir Angst haben? Die Jungs geben alles, was sie haben, arbeiten gut.»

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(dpa)