Keine Medaillen im Einzel: Fechter hoffen auf die Teams

Budapest – Die deutschen Fechter sind bei der WM in Budapest wie schon im vergangenen Jahr im Einzel leer ausgegangen.

Als letzter Medaillenkandidat schied Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink im Achtelfinale der Florettspezialisten aus. Der 33-Jährige, der 9:15 gegen den Südkoreaner Son Young Ki verlor, belegte am Ende Platz zwölf. Die Hoffnungen des Deutschen Fechter-Bundes, der 2018 im chinesischen Wuxi sogar komplett ohne Edelmetall geblieben war, ruhen nun auf den Team-Wettbewerben.

«Wir hatten sicher Eisen im Feuer, auch Benni hat einen super Wettkampf gezeigt», sagte Sportdirektor Sven Ressel der dpa. «Aber irgendwo fehlt dann das letzte Quäntchen. Wir haben einen kleinen Schritt nach vorne gemacht im Vergleich zum letzten Jahr. Aber natürlich schwingt eine kleine Enttäuschung mit. Jetzt schauen wir, dass wir mit der Mannschaft einiges herausholen.»

Die Team-Europameister im Säbelfechten um den EM-Dritten Max Hartung, der mit Platz sechs das beste deutsche Einzel-Ergebnis erreicht hatte, qualifizierten sich am Samstag durch ein 45:31 gegen Venezuela und ein 45:42 gegen Kanada für das Viertelfinale am Sonntag gegen Russland. Die Degenfechterinnen erreichten im Team dagegen durch ein 28:29 gegen Italien nur die Platzierungsrunde.

«Medaillen sind nicht alles, Top-Platzierungen sind auch sehr gut», sagte Ressel. «Es erreichen von teilweise 250 Teilnehmern nur drei eine Einzel-Medaille, das muss man sich auch mal vor Augen führen. Nicht immer nur die Medaillen zählen. Klar wollen wir auch wieder in die Medaillen-Ränge – aber wenn unsere Athleten regelmäßig negative Schlagzeilen lesen, hilft das auch nicht.»

Zum Auftakt der Hauptrunde hatte Kleibrink das teaminterne Duell mit dem viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich 15:9 gewonnen, im Sechzehntelfinale besiegte er den Südkoreaner Heo Jun 12:11. Das Gefecht gegen Joppich zum Start sei «ein ganz ungünstiges» gewesen, sagte der 33-Jährige. «Wir kennen uns seit 20 Jahren, es ist eine große Rivalität mit so viel Erfolg für beide. Sehr schwierig und intensiv. Das ist mental so anstrengend, gegen jemanden zu fechten, den man so gut kennt.»

Wie Joppich in der ersten K.o.-Runde des Hauptfeldes ausgeschieden waren auch Luis Klein und André Sanita. Für die deutschen Säbelfechterinnen Anna Limbach, Julika Funke und Léa Krüger war der Wettkampftag ebenfalls früh vorbei; Limbach belegte als beste Deutsche Platz 24.

Fotocredits: Jan Woitas
(dpa)

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