Laissez-faire-Franzosen plagen Leipzig

Frankfurt/Main – So richtig glücklich wirkten die beiden Europa-Starter nach dem heißen und kämpferischen Duell nicht: Eintracht Frankfurt haderte nach dem 1:1 (1:0) mit dem Referee, RB Leipzig wird den Ärger um seine beiden Laissez-faire-Franzosen nicht los.

«Es geht um gewisse Regeln, die eingehalten werden müssen. Für uns ist die Sache abgehakt. Ich gehe fest davon aus, dass die beiden jungen Spieler jetzt verstanden haben, worum es geht», sagte Rangnick am Sonntagabend über Nordi Mukiele und Jean-Kévin Augustin, die er «aus disziplinarischen Gründen» gar nicht mit zum Auswärtsspiel beim Pokalsieger genommen hatte.

Berichtet wird über einen Vorfall beim verlorenen Red-Bull-Derby gegen Salzburg (2:3), als das Duo noch mit den Handys auf der Trainerbank saß, während der Rest des Teams bereits den Rasen verlassen hatte. «Ich habe gesagt, dass es pervers ist, wenn man bedenkt, dass wir durch halb Europa geflogen sind und sechs Spiele schon in der Vorbereitung gespielt haben und dann Spieler die Vorbereitung auf ein Spiel nicht ernst nehmen, dann ist die Gesamtsituation pervers», legte Rangnick bei Sky nach.

«Das klingt jetzt vielleicht hart, aber sie wissen ja nicht, was wirklich vorgefallen ist», deutete der 60-Jährige an. Für die Dinge, die passiert seien, brauche es einen «24-Stunden-Rundumbetreuer». Mukiele und Augustin kehren am Montag in den Kader zurück. Neben den Sanktionen gab es laut Rangnick auch eine Reaktion innerhalb des Teams: «Die werden auch vom Rest der Mannschaft einiges zu hören bekommen haben.»

Von disziplinarischen Problemen ist in Frankfurt nichts bekannt, dafür gab es zu Saisonbeginn einige spielerische Mängel. Trainer Adi Hütter aber sieht Fortschritte und hätte den couragierten Auftritt seines Teams gegen die hochgewetteten Sachsen gerne mit einem Sieg gekrönt. «Das Unentschieden geht für mich in Ordnung. Wir haben viel Aufwand betrieben», sagte der Österreicher nach dem Remis durch Tore von Gelson Fernandes und Emil Forsberg.

Der Ertrag hätte sogar noch besser ausfallen können, wenn ein zweites Tor vom starken Linksaußen Filip Kostic, das wegen einer Abseitsposition zurückgepfiffen wurde, gezählt hätte. «Der Linienrichter macht es sich da schwer. Wenn du vorher abpfeifst, vor der Vollendung der Aktion, hast du ein Problem», sagte Sport-Vorstand Fredi Bobic. Er plädierte dafür, enge Abseitssituationen zunächst einmal laufen zu lassen, bis die Aktion abgeschlossen ist. «So ist es schade für uns», befand Bobic.

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(dpa)