Löw nach Holland-Pleite als Tröster gefragt

Hamburg – Nach dem ernüchternden Start in die EM-Saison sieht sich Joachim Löw besonders als Seelentröster gefragt.

«Toni Kroos, Manuel Neuer, Ilkay Gündogan, die haben das schon mal erlebt, dass man so ein Spiel verliert. Die jungen Spieler muss man ein bisschen aufrichten», sagte der Bundestrainer nach dem bitteren 2:4 (1:0) der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande.

«Man muss den Spielern jetzt wieder das Gefühl geben, dass sie es können», sagte Löw in Hamburg und versprach eine schnelle Besserung schon beim kniffligen Auswärtsspiel in Nordirland. «Da werden wir am Montag, da bin ich mir sicher, eine Reaktion zeigen.»

Für die Analyse der Fehler gegen Oranje hat Löw kaum Zeit. Ein weiterer Patzer im Windsor Park von Belfast könnte die DFB-Auswahl von dem schon sicher eingeschlagenen Weg Richtung EM-Endrunde 2020 abbringen. Über generelle Defizite wollte Löw nach dem erneuten Kontrollverlust in der zweiten Halbzeit nicht reden. «Qualitätsmängel haben wir keine. Das stellen die Spieler Woche für Woche unter Beweis», verteidigte Löw auch seine Abwehrreihe um den indisponierten Jonathan Tah und den mehrfach unsicheren Matthias Ginter.

Im viel diskutierten Reifeprozess attestierte der Bundestrainer dem großen Rivalen weiter einen Vorsprung. Der kam im Volksparkstadion anders als noch beim deutschen 3:2-Coup in März in Amsterdam entscheidend zum Tragen. «Man hat schon gemerkt, dass die Holländer in der Formation schon länger zusammenspielen. Sie wirkten in diesem Spiel heute eingespielter als wir. Wir mussten auch einige Spieler ersetzen, und da haben wir gemerkt, dass manche Dinge nicht so funktioniert haben», sagte Löw.

Viel zu leicht wurden die Gegentore hergeschenkt. Frenkie de Jong (59.), ein Eigentor des tapsigen Tah (66.) Donyell Malen (79.) und Georginio Wijnaldum (90.+1) besiegelten den späten K.o. Erstmals seit Oktober 2015 und 14 Siegen nacheinander verlor Deutschland wieder ein Qualifikationsspiel für ein großes Turnier. Daran konnten auch die Treffer Serge Gnabry (9.) und Toni Kroos (72./Handelfmeter) nichts ändern.

Bayern-Profi Joshua Kimmich erinnerte in seiner ehrlichen Analyse an die vergangenen beiden Spiele gegen Oranje. «Es hat uns schon gezeigt, dass wir da noch nicht reif genug sind. Es war nicht das erste Mal, dass wir eine Führung hergegeben haben. Es ist kein Zufall mehr, wenn man dreimal eine Führung hergibt», sagte der agile Kimmich.

Fotocredits: Daniel Reinhardt
(dpa)

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