Machulla: Nur im Pokal klappt es noch nicht

Flensburg – Neun Spiele, neun Siege – saisonübergeifend in der Bundesliga seit 17 Spielen verlustpunktfrei. Trainer Maik Machulla hat das neuformierte Handball-Team von Meister SG Flensburg-Handewitt national zu einem echten Spitzenteam geformt.

Am Mittwoch kommt es für den Champion im Achtelfinale des DHB-Pokals aber knüppeldick. Im Bundesliga-Zweiten SC Magdeburg erwartet die SG den schwerstmöglichen Gegner in der heimischen Arena.

«Wir haben damals gar nicht so lange überlegt», erinnert sich SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke an die Entscheidung, den ehemaligen Co-Trainer im Sommer 2017 nach dem Weggang von Ljubomir Vranjes zum Chef zu befördern. Der Mut und das Vertrauen haben sich ausgezahlt. Während Vranjes sowohl bei Telekom Veszprem als auch bei der ungarischen Nationalmannschaft vor kurzem der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde, eilt der 41-jährige Machulla in der heimischen Liga von Erfolg zu Erfolg.

Schmäschke: «Maik war ja kein unbeschriebenes Blatt.» 2001 wurde der gebürtige Greifswalder als Spieler deutscher Meister mit dem SC  Magdeburg. In der Nationalmannschaft bestritt der Spielmacher zwölf Partien. Bei der HSG Nordhorn und dem ASV Hamm-Westfalen sammelte er erste Trainer-Erfahrungen, bevor er sich 2012 der SG anschloss. Für Schmäschke war es auch eine bewusste Entscheidung, den Umbau des Teams mit Machulla anzugehen. Sechs Abgängen standen vor dieser Spielzeit sechs Neuzugänge gegenüber. «Wir haben den Altersschnitt der Mannschaft um fünf Jahre gesenkt», sagt Schmäschke.

So erfolgreich die Bilanz der Norddeutschen in der Liga ist, so durchwachsen fällt sie auf internationalem Parkett und im deutschen Pokalwettbewerb aus. In der europäischen Königsklasse war nach dem Sieg 2014 je zweimal im Achtel- und im Viertelfinale Endstation. Im DHB-Pokal folgten nach dem Triumph 2015 zwei Finalniederlagen und im vergangenen Jahr das Aus im Achtelfinale.

In dieser Phase des Wettbewerbs geht es nun am Mittwoch (19.00 Uhr/ Sky Sport News HD) in einer Neuauflage der Endspiele von 2015 und 2016 ausgerechnet gegen den SC Magdeburg. «Das ist wirklich eine hohe Hürde», sagt Schmäschke über die Bördestädter, die der SG als Tabellen-Zweiter der Bundesliga im Nacken sitzen.

Zwar ist die Pokalbilanz der Gastgeber mit 4:2 Siegen positiv, doch mit dem 32:30-Erfolg im Mai 2016 holte sich der SCM den zweiten Sieg in diesem Wettbewerb. Die Magdeburger waren es auch, die den Flensburgern die bis dato letzte Niederlage in der Bundesliga zugefügt haben. Die Vergangenheit aber interessiert Dierk Schmäschke aktuell nicht: «Auch wenn gegen Magdeburg viel passen muss, bleibt das Erreichen des Finalturniers unser Ziel.»

Fotocredits: Frank Molter
(dpa)