Marathonläuferin Steinruck schafft Olympia-Norm

Frankfurt/M. – Katharina Steinruck hat beim Frankfurt-Marathon die Olympia-Norm geknackt und durfte sich nach ihrem Zieleinlauf auf dem Roten Teppich in der Festhalle feiern lassen.

Die 30-Jährige von der LG Eintracht Frankfurt kam mit der persönlichen Bestzeit von 2:27:26 Stunden auf Rang zehn. 2017 war sie noch unter ihrem Geburtsnamen Heinig WM-Teilnehmerin, nun blieb sie unter der für Tokio 2020 geforderten Norm von 2:29:30 Stunden. Hingegen scheiterte ihr Clubkollege und frühere 1500-Meter-Weltklasseläufer Homiyu Tesfaye beim Versuch, bei seinem Debüt über 42,195 Kilometer gleich die Olympia-Qualifikation zu rennen.

«Ich laufe zu Hause die Olympia-Norm – geiler geht’s gar nicht!», sagte die strahlende Steinruck und freute sich schon auf die kulinarische Belohnung am Abend: «Eine große Platte beim Eritreer.» Ihre Mutter und Trainerin Katrin Dörre-Heinig war einst eine Weltklasse-Läuferin und gewann 1988 in Seoul Olympia-Bronze.

Steinruck ist damit die zweite Deutsche, die mit einem der drei Olympia-Tickets planen darf. Melat Kejeta Yisak, eine gebürtige Äthiopierin aus Kassel, hatte beim Berlin-Marathon debütiert und gleich als Sechste in 2:23:57 Stunden geglänzt. An ihre Zeit wird wohl keine Deutsche bis zum nächsten Sommer herankommen.

Valary Aiyabei aus Kenia gewann die 38. Auflage bei den Frauen nach einem langen Sololauf in der Streckenrekord-Zeit von 2:19:10 Stunden. Beim ältesten deutschen Städtemarathon setzte sich der Äthiopier Fikre Tefera bei den Männern in 2:07:08 Stunden durch.

Tesfaye blieb kurz vor dem Ziel mit einem Oberschenkelkrampf stehen, nachdem er bereits zur Halbmarathon-Distanz keinen Tempomacher mehr hatte und am Ende immer langsam wurde. Dennoch kämpfte er sich noch als 29. in 2:18:30 Stunden in Ziel. Der 26 Jahre alte gebürtige Äthiopier, der seit 2013 für Deutschland startet und damals WM-Fünfter über 1500 Meter war, will im nächsten Jahr noch einmal einen Anlauf wagen. «Ich habe ales gegeben», sagte Tesfaye. «Aber ich bin die halbe Strecke alleine gelaufen.»

Bester Deutscher am Main war der Erfurter Karl Junghannß. Der deutsche Spitzen-Geher wurde 27. in 2:17:54 Stunden. Die Qualifikationszeit für Olympia liegt bei 2:11:30 Stunden, bislang hat kein deutscher Läufer sie geknackt. Der olympische Marathon soll wegen der große Hitze nicht in Tokio, sondern in Sapporo stattfinden.

Fotocredits: Silas Stein
(dpa)

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