Portugals CR7 gegen Uruguays Null-Gegentor-Abwehr

Sotschi – Uruguays Goldene Generation will Portugal mit dem galaktischen Cristiano Ronaldo auf dem Weg zum WM-Thron stoppen.

Im Achtelfinalduell mit dem zuletzt leicht schwächelnden Superstar des Fußball-Europameisters setzen die Südamerikaner an diesem Samstag auf die bisher beste WM-Abwehr und ihr gefürchtetes Sturmduo Luis Suárez und Edinson Cavani. «Wir haben es ungeschlagen bis hierher geschafft. Aber es kommt noch mehr. Wir können Geschichte schreiben», betonte Suárez vor dem Showdown in Sotschi (20.00 MESZ).

Nach dem Aus im Achtelfinale vor vier Jahren wollen die Himmelblauen diesmal nicht die traurigen Verlierer sein. Diese Rolle haben sie Ronaldo zugedacht. Nach Weltmeister Deutschland soll auch der Europameister die Heimreise antreten. «Die Partie gegen Portugal ist wie ein Endspiel. Und Endspiele werden nicht gespielt, sie werden gewonnen», tönte Uruguays Defensivmann Diego Laxalt. Soll heißen: Portugal, mach dich auf was gefasst!

«Wir müssen aufpassen», warnte Europameister-Coach Fernando Santos, der von der Klasse seiner Mannschaft aber überzeugt ist: «Ich vertraue meinen Spielern voll und denke, dass wir es in die nächste Runde schaffen werden.» Abwehrspieler Cedric Soares ist ebenfalls zuversichtlich: «Uruguay hat eine exzellente Mannschaft. Aber wir haben auch unsere Waffen.»

Bereits am Donnerstag reisten die Uruguayer nach Sotschi. Da kickten ein paar Portugiesen noch beim traditionellen Jux-Spiel mit einheimischen Medienvertretern im WM-Quartier vor den Toren von Moskau. Schilderungen zufolge auch mal lautstark angefeuert von einem gut gelaunten Ronaldo.

Er brach mit der Mannschaft erst am Freitag nach dem Abschlusstraining in Kratowo Richtung Schwarzes Meer auf. Dort, wo Ronaldo zum Auftakt mit einem famosen Dreierpack beim 3:3 gegen Spanien glänzte, soll die WM-Reise des Ausnahmekönners auf keinen Fall enden.

Auch wenn er nach seinem folgenden Siegtreffer zum 1:0 gegen Marokko im letzten Gruppenspiel etwas schwächelte. Beim 1:1 gegen Iran verschoss CR7 einen Elfmeter und entging nach einem Ellbogencheck nur mit Glück einem Platzverweis. Zum Auftakt der K.o.-Runde ist es wieder an der Zeit für eine Ronaldo-Gala, erst recht gegen die bisher einzige Null-Gegentor-Defensive des Turniers.

Deren Aushängeschilder sind Routinier Diego Godín und Youngster José Maria Giménez, der nach überstandener Muskelverletzung wohl wieder dabei ist. Beide kennen Ronaldo bestens, umgekehrt gilt das genauso. Denn Godín und Giménez bilden auch beim Europa-League-Sieger und spanischen Vizemeister Atlético Madrid ein Abwehrgespann.

Auf Club-Ebene hat das Duo mit dem Angreifer von Real Madrid zuletzt allerdings so manche schlechte Erfahrung gemacht. Bei den beiden 3:0-Siegen der Königlichen in der Saison 2016/17 (Liga und Champions League) machte Ronaldo alle sechs Tore. Und wer erzielte wohl das einzige Tor in den Meisterschaftsduellen der vergangenen Saison (0:0, 1:0)? Na klar, Ronaldo.

Offensive Unterstützung dürfte er im Auswahltrikot gegen das knallharte Abwehrduo wieder von Gonçalo Guedes bekommen. Dortmunds Raphael Guerreiro ist nach leichten muskulären Problemen in der Abwehr auch einsatzbereit, nur hinter Mittelfeldmann William Carvalho muss Portugals 63 Jahre alter Trainer Santos noch ein Fragezeichen machen. Kollege Oscar Tabarez, mit 71 Jahren der älteste Coach im Turnier und 2010 mit Uruguay schon mal im Halbfinale, hat wohl alle Mann an Bord.

Wer auch immer dabei ist, wird alles geben. Für die Mannschaft, für das Land. Cavani schickte via Twitter schon mal ein Foto der Nationalflagge auf den Steinen des Schwarzmeer-Strandes und schrieb dazu: «Stolz ist das Gefühl, dass wir jetzt empfinden, denn wir wissen, dass drei Millionen Menschen mit uns träumen.»

Fotocredits: Victor R. Caivano
(dpa)