Schweizer Justiz widerspricht Platini

Paris – Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat Aussagen des früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini widersprochen, wonach dieser keine weiteren Ermittlungen oder eine Anklage durch die Schweizer Justiz zu befürchten habe.

Platini sei lediglich bestätigt worden, dass gegen ihn «zur Zeit kein Verfahren» geführt werde, teilte die Bundesanwaltschaft in Bern auf Anfrage mit.

Platini hatte erklärt, ihm sei von der Schweizer Justiz bestätigt worden, dass es keine Anklage gegen ihn gegeben habe oder geben werde. «Diese Information bestätigt meine Unschuld», sagte der 62 Jahre alte frühere Chef der Europäischen Fußball-Union UEFA. «Es ist das Ende eines langen Alptraums.» Dieser Sichtweise widersprach die Schweizer Bundesanwaltschaft. «Es ist kein Verfahren eingestellt worden. Das wäre eine falsche Interpretation», sagte Sprecher André Marty der Deutsche Presse-Agentur.

Platini war von der FIFA-Ethikkommission zunächst für acht Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden, der Bann wurde später auf vier Jahre reduziert. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die er 2011 von Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter erhalten hatte. «Ich hoffe, dass die FIFA den Mut und den Anstand hat, meine Sperre aufzuheben», sagte Platini nun der Nachrichtenagentur AFP.

Der Weltverband sieht aber keine Veranlassung, das Urteil seiner Ethikkommission zu überdenken. Das sportpolitische Urteil sei unabhängig von Untersuchungen der Schweizer Justiz, hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Weder die FIFA-Ethikkommission noch der CAS haben die Frage untersucht, ob Herr Platini eine Straftat begangen hat.»

Der 62-jährige Platini kündigte an, ins Fußballgeschäft zurückkehren zu wollen: «Wo, wann, wie? Es ist zu früh, das zu sagen. Aber ich werde in den Fußball zurückkehren. Weil der Fußball mein Leben ist.»

Fotocredits: Sebastien Nogier
(dpa)