Sieg gegen Mainz: Hannover hofft wieder auf Relegationsplatz

Hannover – Hannover 96 hat im Abstiegskampf ein Zeichen gesetzt und kann wieder auf den Relegationsplatz hoffen.

Die Niedersachsen bezwangen in der Fußball-Bundesliga den FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0) und haben mit 18 Punkten zumindest bis Sonntag zum Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg aufgeschlossen und ihre Chancen auf das Erreichen des Relegationsplatzes 16 erhalten. Hendrik Weydandt schoss für die zuvor in neun Spielen sieglose Mannschaft von Trainer Thomas Doll mit seinem Tor in der 66. Minute zum vierten Saison- Erfolg. Die bereits geretteten Mainzer (36) bleiben Zwölfter.

«Wir müssen an und über die Schmerzgrenze gehen», hatte 96-Trainer Doll vor der Partie von seinen Spielern gefordert. Dementsprechend munter begann die Partie vor 30.400 Zuschauern. Mainz spielte mit dem sicheren Ligaverbleib im Rücken befreit auf und besaß durch Robin Quaison (9.) sowie Jean-Philippe Mateta (10.) zwei Gelegenheiten. Jonathas sorgte drei Minuten später auf der Gegenseite für Gefahr.

Nach einer Viertelstunde wurde die Partie allerdings niveauarmer. Das Geschehen fand größtenteils im Mittelfeld statt. Von der Spielfreude zu Beginn war erst einmal nichts mehr zu sehen. Einzig 96-Stürmer Jonathas sorgte für Aufsehen, als er für einen Schuhwechsel mehr als drei Minuten benötigte. Von den Fans gab es dafür höhnischen Applaus.

Mainz übernahm nach etwa 25 Minuten immer mehr die Kontrolle über die Partie und ging auch durch Quaison in Führung (28.). Schiedsrichter Sören Storks (Velen) sah sich nach Einschaltung des Videoassistenten die Szene nochmals an und entschied auf Foulspiel des Schwedens in der Entstehung. Nach einer halben Stunde ging ein Ball von Mateta aus kurzer Distanz knapp am 96-Tor vorbei. Kurz vor der Pause war Hannovers Schlussmann Michael Esser im Blickpunkt. Erst parierte er einen Mateta-Kopfball, den Nachschuss von Quaison lenkte er zur Ecke.

96-Trainer Doll reagierte in der Pause auf den immer stärker werdenden Gäste und versuchte, mit der Einwechslung von Edgar Prib neue Impulse im Mittelfeld zu setzen. Der 29-Jährige kam erstmals nach zwei Kreuzbandrissen und 20-monatiger Pause zum Einsatz. Auf dem Rasen blieb vorerst aber weiter Mainz die aktivere Mannschaft.

Doch vor dem 96-Tor agierten Mateta und Co. zu umständlich. Dazu kam in der eigenen Defensive ein grober Schnitzer. Bei Hannovers erster gefährlichen Aktion in der zweiten Hälfte bereitete die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz die 96-Führung selbst vor. Nach einer Hereingabe von Linton Maina schien die Situation geklärt, doch nach einem Missverständnis zwischen Mainz-Schlussmann Florian Müller und Abwehrspieler Moussa Niakhaté kam Maina wieder an den Ball und legte für Weydandt auf, der problemlos zum 1:0 einschoss.

Mainz drückte danach auf den Ausgleich, doch Hannover verteidigte klug. Waldemar Anton hatte nach 85 Minuten sogar das 2:0 auf dem Fuß, doch Mateta klärte kurz vor der Linie. Am Ende konnten die jubelnden Hannover-Fans den zweiten Erfolg unter Doll feiern – dank des kuriosen Siegtreffers von Weydandt.

Fotocredits: Swen Pförtner
(dpa)

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