Sprintstaffel disqualifiziert – Bronze für Lacin

Dubai – Nach der Disqualifikation der deutschen Sprintstaffel bei der WM der behinderten Leichtathleten herrschte Frust.

«Wir sind sehr enttäuscht und haben wenig Verständnis für die Entscheidung», teilte der Deutsche Behindertensportverband nach dem Vorlauf-Aus wegen eines Wechselfehlers mit. Immerhin konnte sich das Team über seine neunte Medaille freuen. Der beidseitig oberschenkelamputierte Sprinter Ali Lacin (Berlin) lief in persönlicher Bestzeit von 24,63 Sekunden über 200 Meter zu Bronze. Allerdings kamen in dieser Wettkampfklasse nur drei Athleten in die Wertung.

Katrin Müller-Rottgardt (Wattenscheid), Johannes Floors, Nele Moos (beide Leverkusen) und Alhassane Baldé (Bonn) hatten im Vorlauf den bis dahin gültigen Weltrekord der Chinesen über 4 x 100 Meter um mehr als eine halbe Sekunde auf 47,05 Sekunden verbessert, das Resultat wurde jedoch annulliert. Die Asiaten stellten anschließend in 46,35 Sekunden eine Bestmarke auf. Ein Protest hatte keinen Erfolg. «Unser Team wurde disqualifiziert, obwohl uns kein eindeutiger Beweis für einen Wechselfehler gezeigt wurde», teilte die Mannschaft mit. Der angebliche Fehler passierte beim Wechsel von der sehbehinderten Müller-Rottgardt und ihrem Begleitläufer Noel-Philippe Fiener zu Prothesenläufer Floors.

Deutschland hatte mit der vorherigen Sprintstaffel aus Prothesensprintern um Weitsprung-Weltrekordler Markus Rehm unter anderem Gold bei den Paralympics 2016 gewonnen. Das Internationale Paralympische Komitee ersetzte diese Wettkampfform nun durch eine Mixed-Staffel mit vier verschiedenen Behinderungen: Ein blinder Athlet als Startläufer, dann einer mit Prothesen, dann einer mit Zerebralparese, zum Schluss ein Rollstuhlfahrer.

Fotocredits: Jens Büttner
(dpa)

(dpa)