Stindl: «Da kann man sich mal ein bisschen mehr freuen»

Rom – Als der schottische Schiedsrichter zur Verwunderung aller in der Nachspielzeit auf den Elfmeterpunkt zeigte, griff Lars Stindl sofort nach dem Ball.

«Ich habe schon gehofft, dass ich noch meinen Beitrag leisten konnte. Ich bin glücklich, dass ich ihn reingemacht habe», sagte der Kapitän von Borussia Mönchengladbach, der erst am Mittag wegen der bevorstehenden Geburt seines zweiten Kindes angereist war und erst zum zweiten Mal nach seiner langen Verletzungspause spät eingewechselt wurde.

Mit seinem ersten Treffer in dieser Spielzeit hat Stindl sein Team vor dem nächsten Rückschlag in der Europa League bewahrt. «Das ist für Lars eine schöne Geschichte, aber vor allem eine Belohnung für die Mannschaft», sagte Sportdirektor Max Eberl nach dem 1:1 (0:1) beim Tabellensechsten der Serie A AS Rom. «Besser kannst du bei einer italienischen Mannschaft nicht spielen», befand Eberl.

Durch die gleichzeitige 0:1-Niederlage des Wolfsberger AC bei Istanbul Basaksehir ist die Situation in der Gruppe J vor der zweiten Gruppenphase wieder relativ ausgeglichen. «Alle sind mit dabei, das ist alles eng beisammen», meinte Eberl.

Für Stindl war es ein großer Abend. «Es war nach der ganzen Verletzungszeit nicht einfach, sich wieder heranzuarbeiten. Aber als ich am Elfmeterpunkt stand, ging es nur darum, dass es gut wäre, wenn er reingeht», sagte der 31-Jährige. «Darum ist er unser Kapitän, weil er Verantwortung übernimmt», äußerte Trainer Marco Rose. Für den Borussen-Coach war es überhaupt keine Frage, seinem wichtigen Spieler in dieser Lebenssituation mehr Zeit für die Familie zu geben. «Solche privaten Sachen gehen immer vor», sagte Rose.

Nach dem Elfmetergeschenk und dem Last-Minute-Treffer feierte der Torschütze mit seine Kollegen im römischen Dauerregen vor der mit knapp 6000 Borussen-Fans gefüllten Kurve ausgiebig. «Das sind die Gefühle, die du dir als Fußballer wünschst. In dieser besonderen Situation mit den vielen Fans – da kann man sich mal ein bisschen mehr freuen», sagte Stindl.

Fotocredits: Marius Becker
(dpa)

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