Toba zum zweiten Mal Mehrkampfmeister – Rida mit WM-Bonus

Berlin – Olympia-Held Andreas Toba ist zwei Monate vor der Heim-WM in Stuttgart wieder glänzend in Form. Der 28-jährige Turner aus Hannover sicherte sich nach drei überstandenen Knie-Operationen bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Berlin seinen zweiten Titel nach 2016.

Er verwies nach stabilem Sechskampf und 83,10 Punkten Titelverteidiger Marcel Nguyen (82,35) und Youngster Karim Rida aus Berlin (81,60) auf die anderen Podestplätze.

«Das war ein harter Weg. Umso mehr freue ich mich, dass ich wieder ganz oben stehe», meinte der neue Meister, der wie so oft trotz seines starken Mehrkampfes nicht ganz zufrieden war. «Am Pferd waren die Beine einmal zu weit auseinander. Im Finale am Sonntag will ich zeigen, dass ich es besser kann», sagte er.

Bei den Titelkämpfen im Rahmen der Finals schufen sich die drei Erstplatzierten damit glänzende Ausgangspositionen im Kampf um die fünf Tickets für die Heim-Weltmeisterschaften ab 4. Oktober in Stuttgart. Dort werden die letzten Olympia-Tickets an neun Riegen vergeben.

Einen großartigen Einstand in der deutschen Elite feierte der erst 19 Jahre alte Rida, der sein Glück kaum fassen konnte. «Ich habe gehört, wie meine verletzter Teamgefährte Lukas Dauser vor dem Wettkampf die Hoffnung geäußert hatte, dass ich auf dem Treppchen stehen könnte. Aber ich habe versucht, das komplett auszublenden», bekannte der Newcomer. Er bestätigte damit Cheftrainer Andreas Hirsch, der den Youngster zuvor in der Top-Riege eingeordnet hatte.

Überraschend stark präsentierte sich vor heimischer Kulisse auch Philipp Herder, der sich erst Ende April bei einem Trainingssturz eine Verletzung im Halswirbelbereich zugezogen hatte. Nach starken Übungen am Sprung (14,55) und am Barren (14,45) zog der 26 Jahre alte Berliner zwischenzeitlich an die Spitze und wurde erst am vorletzten Gerät von Toba abgefangen. Nach dem Schlussgerät und einem großen Punktabzug an den Ringen reichte es für ihn zu Rang vier, der ihn natürlich nicht ganz glücklich machte.

Nguyen kam zum Auftakt an seinem Spezialgerät Barren trotz einiger Unsauberkeiten auf die Spitzennote von 14,70 Punkten und haderte ein wenig mit kleineren Ausführungsfehlern. «Es war eigentlich kein Gerät heute so, dass ich sagen konnte: Geil. Aber insgesamt will ich nicht unzufrieden sein.»

Andere WM-Kandidaten wie Nick Klessing (Halle/Saale), Andreas Bretschneider (Chemnitz) oder Nils Dunkel (Erfurt) leisteten sich vor über 3000 Zuschauern schwere Patzer und müssen nun auf die zweite WM-Qualifikation in Kienbaum hoffen, um den Zug nach Stuttgart noch zu erwischen.

Fotocredits: Marijan Murat
(dpa)

(dpa)