Volleyballerinnen wollen bei WM unter Top Ten

Yokohama – An der Tokyo Bay in Yokohama wollen die deutschen Volleyballerinnen um ihre Topangreiferin Louisa Lippmann den Grundstein für eine erfolgreiche WM legen.

Vier Jahre nach dem Absturz unter dem damaligen Bundestrainer Giovanni Guidetti bei der Endrunde in Italien haben sich die Ansprüche der Mannschaft von Nach-Nachfolger Felix Koslowski gewandelt. Von einer Medaille träumt der verjüngte WM-Neunte von 2014 vor dem schweren Auftaktspiel am Samstag (8.40 Uhr) in der Yokohama Arena gegen Vize-Europameister Niederlande nicht.

«Unser WM-Ziel als Mannschaft ist die Top Ten. Für viele ist es die erste WM, wir sind ein Team mit wenig internationaler Erfahrung», sagte Diagonalangreiferin Lippmann der Deutschen Presse-Agentur vor dem Abenteuer in Japan. «Ich persönlich möchte soweit kommen wie irgendwie möglich. Aber wir müssen sehen, wie viele Punkte wir gegen die ganz großen Gegner erspielen können.»

Die ganz großen Gegner der Deutschen sind in der lösbaren Gruppe A natürlich die Niederlande, die sich im Vorfeld in zwei WM-Testspielen als zu stark erwiesen hat, und dann noch Gastgeber Japan. Die weiteren Kontrahenten für das Minimalziel zweite Runde in Nagoya und Osaka sind Kamerun, Argentinien und Mexiko.

Jeweils die besten vier Teams überstehen die vier Vorrundengruppen. Die zweite Runde wird dann in zwei Gruppen zu je acht Mannschaften ausgetragen. Jeweils drei Teams schaffen den Sprung in ein sogenanntes Final Six. Die jeweils zwei besten Mannschaften der Staffeln ziehen in die Halbfinals ein.

An solch einen Erfolg oder gar die erste deutsche WM-Medaille wagt das Team um Spielführerin Maren Fromm gar nicht zu denken. Mit gleich neun Endrundendebütantinnen startet Koslowski in sein zweites großes Turnier nach der EM 2017, als Deutschland Achter wurde. Der Altersschnitt der neuen Generation liegt bei nur 25 Jahren.

«Die Weltmeisterschaft ist ein absolutes Highlight für uns», sagte Koslowski, der Ende 2015 den glücklosen Luciano Pedulla als Nationaltrainer abgelöst hatte. «Unser Ziel ist mindestens das Erreichen der Top Ten, das haben wir uns als Team gesetzt.»

Viel wird auf Lippmann ankommen. Im Sommer in der Nationenliga, wo die Deutschen nur Elfte wurden, war die 24-Jährige regelmäßig punktbeste Spielerin ihres Teams. «Ich persönlich habe schon die Erwartung an mich selbst, möglichst viele Punkte zu machen und dem Team maximal zu helfen», sagte die künftige Florenz-Legionärin, deren Freund zur Unterstützung in Japan mitfiebert.

Und wie sieht es für Lippmann mit Druck aus? «Druck von außen spüren wir nicht, den machen wir uns eher selbst», sagte sie. «Aber wir nutzen die Zeit, um uns bestmöglich vorzubereiten und wollen mit viel Spaß und Motivation in die WM starten.»

Die Zeit in einem einwöchigen Trainingslager in Nishio nahe Nagoya, wo die frühere Weltklasse-Mittelblockerin Christiane Fürst noch spielt, hat der deutsche Tross vor der Weiterreise nach Yokohoma jedenfalls genutzt. Das Fazit vor dem Auftakt: Die Deutschen sind bereit.

Fotocredits: Uwe Anspach
(dpa)