Weinzierl entfacht neuen VfB-Konkurrenzkampf

Stuttgart – Viel Zeit blieb Markus Weinzierl nicht, den VfB Stuttgart richtig kennenzulernen.

Erst heute trudelten die letzten Nationalspieler von ihren Länderspielreisen ein, am Samstag feiert der neue Cheftrainer gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund sein Debüt beim schwäbischen Fußball-Bundesligisten. «Ich kenne den Kader und die Qualitäten und bin der Überzeugung, dass das nicht Tabellenplatz 18 ist, sondern besser», sagte der 43-Jährige.

An Weltmeister Benjamin Pavard in der Abwehr dürfte Weinzierl ebenso wenig rütteln wie an Torjäger Mario Gomez, dem früheren Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler und Mittelfeldkämpfer Santiago Ascacibar. Ziel aber sind mehr Tempo und mehr Tore als bisher magere sechs in sieben Spielen. «Es geht sicher darum, ein bisschen erfrischender, ein bisschen aggressiver und torgefährlicher zu spielen», forderte VfB-Sportvorstand Michael Reschke. Auch deswegen dürfte sich für einige Profis die Situation mit der Ablösung von Tayfun Korkut verändern. Eine Übersicht:

DENNIS AOGO: Unter Ex-Trainer Korkut war Aogo mehr oder weniger Stammspieler. Unter Weinzierl könnte der frühere Nationalspieler diese Rolle verlieren. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Tagen bei Schalke 04 in der Saison 2016/2017 – dort ließ der Coach den gebürtigen Karlsruher meistens außen vor. Beim VfB galt Aogo bisher aufgrund seiner Erfahrung jedoch als wichtiger Stabilisator.

HOLGER BADSTUBER: Ein wichtiger Stabilisator war auch Badstuber – in der vergangenen Saison. Nach Patzern ist der frühere Bayern-Profi zumeist Bankdrücker. Auch der 29-Jährige kennt Weinzierl von Schalke und hat daran nicht die besten Erinnerungen. Zwar kam er in der Rückrunde zehnmal zum Einsatz und damit öfter als Aogo in der gesamten Saison (7). Behalten wollte Weinzierl ihn bei den Königsblauen aber nicht. Die Situation dürfte schwierig bleiben.

ANASTASIOS DONIS: Ex-Trainer Korkut konnte sich nie richtig für den offensiven Griechen erwärmen, defensiv und taktisch erschien er ihm als zu undiszipliniert. Als er ihn beim 2:1 gegen Bremen dann doch brachte, überzeugte der 22-Jährige zwar, zog sich aber einen Muskelbündelriss zu. Weinzierl könnte auf Schnelligkeit und Torgefahr von Donis setzen und ihm mehr Einsätze geben. Wenn er wieder fit ist.

ERIK THOMMY: In der Rückrunde der vergangenen Spielzeit trug der 24-Jährige nach seinem Wechsel zum VfB auf der linken Außenbahn maßgeblich zum Klassenverbleib bei. In dieser Saison spielte er bisher nur zweimal von Beginn an. Weinzierl kennt Thommy vom FC Augsburg, setzte dort aber nicht auf ihn. Nun könnte er als Vorlagen-Lieferant für Stürmer Gomez mehr Chancen erhalten – ebenso wie Teamkollege Chadrac Akolo.

PABLO MAFFEO: Den 21-jährigen Spanier will Weinzierl stärken. Früh schnappte er sich den rund neun Millionen teuren Sommertransfer, der sich bislang nicht gegen Konkurrent Andreas Beck auf der rechten Seite durchsetzen konnte. Im Training gab er ihm die gewünschte Körpersprache vor, richtete ihm die Schultern auf, schob ihm den Kopf nach oben. Womöglich wird Maffeo ein Profiteur des Trainerwechsels.

Fotocredits: Sebastian Gollnow
(dpa)