Weinzierl wird Korkut-Nachfolger beim VfB Stuttgart

Stuttgart – Der VfB Stuttgart hat mit Markus Weinzierl als neuen Trainer eine schnelle Lösung gefunden. Nur zwei Tage nach der Trennung von Tayfun Korkut einigte sich der Tabellenletzte der Bundesliga mit dem früheren Coach des FC Schalke 04 und dem FC Augsburg auf eine Zusammenarbeit.

Weinzierl erhielt einen Vertrag, der nach Vereinsangaben bis zum 30.06.2020 gilt. Der neue Coach wird am Mittwoch das erste Training leiten. Über die Personalie hatten zunächst «Bild» und «Sport-Bild» berichtet.

«Mit Markus Weinzierl haben wir einen absolut erfolgshungrigen Trainer verpflichtet, der die Bundesliga genau kennt und weiß, auf was es in unserer Situation ankommt» , sagte VfB-Sportvorstand Michael Reschke in einer Vereinsmitteilung: «Unsere Gespräche waren vom ersten Moment an sehr vertraut und zielführend.»

Weinzierl soll die Stuttgarter aus ihrem Tief befreien und sportlich weiterentwickeln, was Korkut nicht gelungen war. Seine ersten, schwierigen Aufgaben mit den Schwaben werden nach der Länderspielpause das Heimspiel gegen Tabellenführer Borussia Dortmund am 20. Oktober und anschließend das Duell mit 1899 Hoffenheim sein.

Der Niederbayer ist seit seinem Abschied vom FC Schalke 04 vor etwas mehr als 15 Monaten ohne Trainerjob. Die Schalker hatten sich nach einer enttäuschenden Saison und dem zehnten Platz im Juni 2017 von ihm getrennt. Weinzierls Ruf hatte die Station bei den ambitionierten Gelsenkirchenern nicht gut getan, ganz anders als die beim FC Augsburg. Beim Außenseiter hatte er vier Jahre erfolgreich gearbeitet und ihn mit erfrischendem Fußball in die Europa League geführt. Für die Zukunft ist das internationale Geschäft auch ein Ziel des VfB.

Weinzierl ist beim VfB bereits der elfte Trainer in fünf Jahren. Auch Sportvorstand Reschke dürfte sich an der Personalie Weinzierl messen lassen müssen. Geht auch die Zusammenarbeit mit Weinzierl schief, würde der Sportchef in die Kritik geraten. Die Glaubwürdigkeit des 61-Jährigen hatte Kratzer abbekommen, seit er Korkut beurlaubte, obwohl er ihm noch wenige Stunden zuvor öffentlich das Vertrauen ausgesprochen hatte.

Am Sonntag hatte sich der VfB Stuttgart nach nur fünf Punkten aus den ersten sieben Spielen der neuen Bundesliga-Spielzeit von Korkut getrennt. Nach dem 1:3 in Hannover am Samstag war die Trennung das Ergebnis einer Krisensitzung mit den Verantwortlichen um VfB-Sportvorstand Reschke und Präsident Wolfgang Dietrich. Es war der erste Trainer-Abschied der laufenden Bundesliga-Saison.

Für Weinzierl wird es in erster Linie darum gehen, der Mannschaft einen mutigeren Spielstil zu verpassen. Das Potenzial ist nicht nur dank der vielversprechenden Sommer-Transfers vorhanden. Dennoch hatte der VfB zuletzt unter Korkut in der Offensive kaum stattgefunden. Der biedere Spielstil mündete in einer sportlichen Krise, die mit der Niederlage in Hannover ihren bisherigen Tiefpunkt in der noch jungen Spielzeit erreichte. Mit Weinzierl soll es nun wieder aufwärts gehen.

«Der VfB ist ein großer Verein, der sich momentan in einer sportlich schwierigen Situation befindet», sagte Weinzierl: «Dennoch bin ich vom Potenzial der Mannschaft und des Vereins überzeugt. Ich brenne darauf, die Arbeit mit meiner neuen Mannschaft zu beginnen.»

Fotocredits: Guido Kirchner
(dpa)