Immobilien: Wann sich kaufen statt mieten lohnt

Berlin – Ob sich der Kauf einer Immobilie finanziell lohnt, hängt unter anderem von der Preisentwicklung vor Ort ab. «Wer ausrechnen will, ob die Immobilie eine Rendite abwirft, sollte das Verhältnis zwischen Kauf- und Mietpreis berechnen», rät Heike Nicodemus von der Stiftung Warentest.

Verbraucher müssen dafür den
Kaufpreis durch die Nettokaltmiete im Jahr teilen. «Ergibt sich dann ein Verhältnis von 20, sind Selbstnutzer in der Regel auf der sicheren Seite», sagt Nicodemus.

Vorausgesetzt: Die Immobilie hat keine Mängel. Und man kalkuliert die Kaufnebenkosten sowie die gesamte Finanzierung realistisch. «In Ballungsgebieten und Städten kann auch noch ein Verhältnis von 25 akzeptabel sein», erklärt Nicodemus. Danach sollten Käufer jedoch vorsichtig sein, denn dann übersteigt der Kaufpreis bei weitem die Miete.

Wenn der Wert sehr niedrig ist, sollten Kaufinteressenten aber auch aufmerksam bleiben. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass der Zustand oder die Lage der Immobilie schlecht sind.

Der Kaufpreis ist unter anderem abhängig von der Ausstattung und der Gegend. Oft lohnt es sich, in Nähe des Stadtrandes nach Objekten zu suchen. Der Preisunterschied zwischen Top-Lage mit sehr guter Ausstattung oder guter Lage und gute Ausstattung sei mitunter erheblich, sagt Nicodemus. Wer den Schritt überlegt, sollte wissen, dass er sich meist langfristig bindet – an einen Ort und auch an ein Darlehen.

Wohnkosten und verfügbares Einkommen
Unter den Wohnkosten versteht das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln die Miete plus die sogenannten kalten und warmen Nebenkosten. Dazu gehören Heizung, Wasser und Hausnebenkosten. Die Stromkosten werden nur eingerechnet, sofern mit Strom geheizt wird. Das verfügbare Einkommen eines Haushalts enthält alle Löhne und Gehälter sowie staatliche Zuwendungen wie Kindergeld oder Wohngeld. Abgezogen werden davon Steuern, Sozialabgaben und Krankenkassenbeiträge.

Fotocredits: Andrea Warnecke
(dpa/tmn)