Kleidung schon im Flieger an Sitten des Zielorts anpassen

Mörfelden-Walldorf – Wenn Reisende ihre Kleidung für die Zeit im Flugzeug heraussuchen, sollten sie sich an den modischen Sitten am Zielort orientieren. Doch das ist noch nicht alles.

Die kühlere Temperatur in der klimatisierten Passagierkabine darf nicht unterschätzt werden, warnt Daniel Flohr, Referent bei der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO). Drei Tipps des Experten, der selbst als Flugbegleiter bei der Deutschen Lufthansa im Einsatz ist:

ZIELGEBIET: «Die Frage, die man sich vor einem Flug und vor dem Kleiderschrank stellen sollte, ist immer: Wo fliege ich hin? Was ist das Angemessenste an meinem Ziel?», empfiehlt Flohr. Zum Beispiel im Nahen Osten im Minirock und mit einem Bikinitop aus dem Flugzeug zu steigen, sei «vielleicht nicht die schlaueste Idee». Oft habe man an seinem Zielflughafen keine Möglichkeit, sich schnell umzuziehen. Ein guter Tipp sei es daher, sich schon im Flugzeug so zu kleiden, dass es vor Ort passt. Außerdem helfe es dem Passagier «auch für das allgemeine Wohlbefinden an Bord, wenn man unterwegs nicht von anderen Passagieren angesprochen wird, wie man denn aussehe».

KLIMAANLAGE: Ob auf Kurzstrecken- oder auf Langstreckenflügen, die Klimaanlagen an Bord kühlen die Kabine auf frische Temperaturen herab. «Ich persönlich sehe immer wieder auch Gäste mit kurzen Hosen. Das wäre mir persönlich zu frisch», sagt Flohr. An Bord gebe es nur eine bestimmte Anzahl Decken, irgendwann seien die verteilt. «Ein Tuch, ein Schal, ein Pullover, ein Cardigan, eine Strickjacke: So etwas im Handgepäck zu haben, ist immer eine gute Idee.»

SICHERHEIT: Es kommt zwar extrem selten vor, dass ein Flugzeug schnell geräumt werden muss. Aber wenn es dazu kommt, darf die Kleidung für die Passagiere nicht zum Hindernis werden. Gäste sollten nichts tagen, womit sie irgendwo hängen bleiben könnten. Es ist also gut, zum Beispiel auf Tops oder Jacken mit kleinen Ketten daran zu verzichten. Und wer sichergehen möchte, dass er in jeder Lage seine Schuhe tragen darf, sollte besser flache Modelle statt solche mit hohen Absätzen wählen. Wenn die Flugbegleiter in einem Notfall genug Zeit haben, eine Evakuierung vorzubereiten, «werden Gäste mit hohen Schuhen gebeten, diese auszuziehen und auch nicht mitzunehmen».

Dass einem Passagier das Mitreisen verweigert wird, weil er aus Sicht des Kabinenpersonals gegen Kleidervorschriften verstößt, sei zumindest bei zahlenden Gästen nicht zu erwarten, sagt Flohr. In den USA hat United Airlines zwei Mädchen nicht mitfliegen lassen, weil diese Leggings trugen. Sie waren aber mit einem besonderen Ausweis für Angehörige und Freunde von United-Mitarbeitern unterwegs – einer Gruppe von Passagieren, für die ein spezieller Dresscode gilt.


(dpa/tmn)

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