Test: Bezeichnung «Öko» bei Superfood oft irreführend

Stuttgart – Superfood trägt häufig zu unrecht die Bezeichnung «Öko». Das geht aus einem Bericht des Landes Baden-Württemberg hervor.

Wegen teils deutlich überhöhter Rückstände etwa von Pflanzenschutzmitteln sei die Aufschrift «Öko» bei jeder dritten Probe irreführend gewesen, sagte der Landeagrarminister Peter Hauk (CDU) mit Blick auf ein sogenanntes Ökomonitoring.

Experten des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamts hatten Superfood, dem Gesundheitsvorteile zugeschrieben werden, besonders unter die Lupe genommen. 18 Proben Moringa, Chia, Weizengras, Gerstengras und Goji wurden untersucht. Zwei von drei Proben enthielten teils deutliche Pflanzenschutzmittelrückstände.

Superfood

Chia-Samen, Amaranth, Quinoa und Matcha-Teepulver: Unter dem Label Superfood boomen Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen. Beispielsweise der Verkauf von Chia-Samen schnellte zuletzt nach oben. Auch die Nachfrage nach Kokos- und Mandelmehl oder grünem Matcha-Tee steigt, ebenso wie der Absatz von Amaranth, der an Hirse erinnert. Zu den Favoriten der Kunden gehört auch die Anden-Pflanze Quinoa. Zu den Neuentdeckungen der Szene zählt die Frucht des afrikanischen Affenbrotbaums Baobab.

Auch Discounter haben die Trend-Produkte mittlerweile im Sortiment. Nach Angaben von Experten wird Superfood vor allem von Frauen gekauft. Die Gesundheitswirkung ist aber umstritten. Gute Inhaltsstoffe könnten Verbraucher auch in heimischen Produkten wie Beeren, frischen Kräutern oder Kohl finden, sagt etwa Angela Clausen, Ernährungswissenschaftlerin von der Verbraucherzentale NRW.

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(dpa)