Wolfsburg verpasst gegen Augsburg Sprung auf Platz eins

Wolfsburg – Der VfL Wolfsburg hat den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst. Die Niedersachsen blieben zwar auch gegen den FC Augsburg ungeschlagen, kamen gegen den Abstiegskandidaten aber nicht über ein torloses Remis hinaus.

Drei Tage nach dem 2:2 in der Europa League bei KAA Gent in Belgien zeigte der VW-Club vor 22.630 Zuschauern eine insgesamt schwache Leistung und gab nach dem 1:1 gegen Paderborn erneut gegen ein Kellerkind der Fußball-Bundesliga unnötige Punkte ab. Augsburg rehabilitierte sich dagegen für die heftige 1:8-Schlappe aus der Vorsaison und sammelte eine Woche nach dem 2:2 gegen Bayern München einen weiteren wichtigen Punkt im Tabellenkeller.

Für viel Aufregung sorgte die Szene sechs Minuten vor dem Ende, als ein Treffer des eingewechselten Joao Victor von Schiedsrichter Tobias Stieler nach Videobeweis wegen Abseits nicht anerkannt wurde. «Ich kann das nachvollziehen», räumte VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke bei Sky ein. «Andererseits kann man darüber streiten, ob es später nicht eine neue Spielsituation war. Da verstehe ich nicht, warum es keinen Elfmeter für uns gab, weil Tin Jedvaj den Ball ganz klar mit der Hand gespielt hat», sagte er.

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner hatte seine Startelf angesichts der vielen Spiele in Liga, DFB-Pokal und Europa League gleich auf vier Positionen verändert. Unter anderen blieben die Leistungsträger Maximilian Arnold und Joao Victor zunächst auf der Bank, die am Donnerstag in Gent noch zu den Besten gehört hatten. Für Victor war der unter der Woche noch wegen einer Magen-Darm-Grippe fehlende Felix Klaus in die Anfangsformation gerückt und rechtfertigte seine Nominierung mit einer couragierten Leistung.

Allerdings versäumte es der frühere Hannoveraner, seine Vorstellung mit einem Treffer zu belohnen. In der achten Minute scheiterte er frei vor Augsburgs Torwart Tomas Koubek, wenig später schoss er knapp am Gäste-Tor vorbei.

Die Augsburger versteckten sich aber nicht, so dass sich anfangs eine muntere Partie entwickelte. Der Tabellenvorletzte war sichtlich bemüht, die 1:8-Klatsche aus der Vorsaison vergessen zu machen. FCA-Coach Martin Schmidt hatte bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, wo er in der Saison 2017/18 in 22 Spielen nur fünf Siege holte, die Routiniers Daniel Baier und Alfred Finnbogason aufgeboten. Und die Gäste hielten gut mit, vergaben durch Ruben Vargas und Florian Niederlechner aber gute Chancen. «Wir hatten gute Chancen, selbst Tore zu machen und hätten eine unserer Möglichkeiten nutzen müssen», sagte Augsburgs Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter. «Aber es war sehr wichtig, heute zu Null zu spielen», fügte er hinzu.

Nach 20 Minuten war der Anfangsschwung der Partie deutlich abgeebbt, weil vor allem die Wolfsburger oftmals zu ungenau agierten. Trotz der Rotation war den Niedersachsen die Müdigkeit anzumerken. Nach vorne lief nicht mehr viel zusammen.

Das änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht. Stattdessen sank das Niveau der Partie noch weiter. Dem VfL fiel bei allem Bemühen nichts ein, der FCA war ausschließlich darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren – so plätscherte das Geschehen lange Zeit vor sich hin. Nach einer Stunde versuchte Glasner mit der Einwechselung von Victor noch einmal etwas Schwung zu entwickeln, der dann mit seinem Abseitstreffer für den größten Aufreger des Spiels sorgte.

Fotocredits: Peter Steffen
(dpa)

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