CAS verkündet Urteil im Berufungsverfahren von Blatter

Lausanne – Fast ein Jahr nach der Sperre durch die FIFA-Ethikkommission verkündet der Internationale Sportgerichtshof CAS das Urteil im Berufungsverfahren von Joseph Blatter.

Der ehemalige Chef des Fußball-Weltverbandes hatte Einspruch gegen seine Suspendierung eingelegt. Blatter (80) war im 17. Dezember 2015 zunächst für acht Jahre von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden. Die FIFA-Berufungskommission hatte die Sperre später auf sechs Jahre reduziert, wegen der Verdienste des langjährigen Vorsitzenden. Blatter bestreitet jedes Fehlverhalten und plädierte bei einer 15 Stunden dauernden Anhörung Ende August erneut auf Freispruch.

Grund für die Sperre ist eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an den ehemaligen UEFA-Chef Michel Platini durch Blatter aus dem Jahr 2011. Laut Blatter und Platini handelte es sich dabei um eine verspätete Gehaltszahlung für Beratertätigkeiten des Franzosen um die Jahrtausendwende.

Platinis ebenfalls zunächst auf acht Jahre ausgesprochene Sperre war vom CAS im Mai im Prinzip bestätigt, allerdings auf vier Jahre reduziert worden. Daraufhin hatte er seinen Posten als UEFA-Chef aufgegeben. Blatter hatte seinen Rückzug vom FIFA-Amt bereits im Juni 2015 vor der Enthüllung der Millionen-Zahlung angekündigt. Im Februar war der langjährige Platini-Vertraute Gianni Infantino zu seinem Nachfolger als FIFA-Boss gekürt worden.

Unabhängig vom CAS-Urteil ist die Karriere von Blatter als Spitzenfunktionär beendet. Entscheidender als die CAS-Verhandlungen in Lausanne sind ohnehin die Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft, die gegen Blatter in der Causa wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

Fotocredits: Valentin Flauraud
(dpa)

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