DOSB: 15 Prozent der Vereinsmitglieder erwägen Austritt

Frankfurt/Main – Der Deutsche Olympische Sportbund fürchtet als Folge der Corona-Krise einen Mitgliederschwund und ein Vereinssterben.

«Eindeutig ja», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann im Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». «Eine aktuelle Analyse zeigt, dass sich etwa 10 bis 15 Prozent der circa 27 Millionen Mitglieder in deutschen Sportvereinen aktiv mit der Frage beschäftigen, ob die Mitgliedschaft gekündigt wird.»

Zudem würden Vereine berichten, dass zumindest in den vergangenen zwei bis drei Monaten so gut wie keine Neueintritte in die Vereine erfolgt seien. «Gemäß dem Vereinsrecht ist es Vereinen und Verbänden nicht erlaubt, nennenswerte Rücklagen aufzubauen – ohne die Gemeinnützigkeit oder entsprechende Förderung vom Staat zu gefährden», erklärte Hörmann. Das führe dazu, dass die Mehrzahl der Vereine und Verbände fast rücklagenfrei agiere und damit binnen weniger Wochen oder Monate in Schwierigkeiten geraten seien.

Deshalb fordere der DOSB die Unterstützung der Politik. «Das gesellschaftliche Engagement in den 90 000 Sportvereinen ist für unser Land unbezahlbar», sagte Hörmann. «Und daraus ergibt sich eine gewisse Verantwortung der Politik. Die Bundesländer leisteten bereits wertvolle Unterstützung für Vereine. «Was wir aber nachhaltig fordern, ist das Thema eines nationalen Notfallfonds für den Sport, um auch für die Zeit nach der Krise gewappnet zu sein und Sportdeutschland in seiner ganzen Vielfalt erhalten zu können.»


(dpa)

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