Gegen Basaksehir: 1899 Hoffenheim braucht Premierensieg

Sinsheim – Gegen den von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan protegierten türkischen Vizemeister Istanbul Basaksehir hofft 1899 Hoffenheim auf den ersten Sieg in der Europa League.

Trotz der beiden Niederlagen zum Auftakt hat der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga sein Ziel, die Vorrunde zu überstehen, noch nicht aus den Augen verloren. «Grundsätzlich sind wir in der Lage, die Punkte aufzuholen und die nächsten vier Partien zu gewinnen», sagte Trainer Julian Nagelsmann vor dem Spiel um 21.05 Uhr.

Nach den beiden Niederlagen in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Liverpool hatte Hoffenheim auch gegen Sporting Braga (Portugal) und Ludogorez Rasgrad (Bulgarien) den Kürzeren gezogen. Ein Erfolg gegen den Emporkömmling aus Istanbul, dem Kritiker vorwerfen, der Aufstieg in die nationale Spitze sei nur durch die Nähe zu Erdogan und der Regierungspartei AKP möglich gewesen, wäre also der erste Sieg auf internationalem Parkett überhaupt für die Kraichgauer.

«Wir stehen nicht gut da. Das wissen wir, und wir wissen auch um unseren Tabellenstand. Wir verspüren aber keinen Druck», betonte der Schweizer Nationalspieler Steven Zuber. Zuletzt hatte Hoffenheim auch im Ligaalltag geschwächelt, in Freiburg 2:3 verloren und gegen den FC Augsburg nur ein 2:2 erreicht. «Wir fühlen uns gut. Die Dreifachbelastung ist kein Problem für uns», sagte Nagelsmann und betonte angesichts des Drucks: «Wir müssen nicht, sondern wir wollen. Wir gehen da mit einem gewissen Grad an Lockerheit rein.»

Entspannt zeigte sich der 30-Jährige auch bei der Pressekonferenz am Mittwochabend, die etwas verspätet anfing, weil der offizielle Dolmetscher im Stau steckte. Kurzerhand organisierten die Hoffenheimer Ersatz – einen Elektriker aus der Sinsheimer Firma von Clubpräsident Peter Hofmann: Muttalip Köse übersetzte ohne mit der Wimper zu zucken Nagelsmanns schnelle Sätze – da staunte auch der Trainer.

Köse wurde dann auch von den Gästen verpflichtet, als deren Chefcoach Abdullah Avci an der Reihe war. Dafür musste sich der Ersatzmann allerdings eine rote Clubjacke von Basaksehir überstreifen. So erfuhren auch die deutschen Zuhörer: Der Tabellenvierte der Süper League ist ohne seinen verletzten Star Emre Belözoglu angereist. Auch Stürmer Emmanuel Adebayor, «Afrikas Fußballer des Jahres» 2008, fehlt.


(dpa)

(dpa)