Mayer und Görges bestehen erste US-Open-Prüfungen

New York – Die formstarke Julia Görges im deutschen Duell überzeugend, Routinier Florian Mayer mit großer Mühe: Zwei erfahrene deutsche Tennisprofis haben es bei den US Open in die zweite Runde geschafft. 

Der 33-jährige Mayer musste am Montag in New York lange schuften, ehe er den Brasilianer Rogerio Dutra da Silva nach missratenem zweiten Satz mit 7:5, 0:6, 6:3, 6:4 besiegte. «Es war sicher keine Glanzleistung, aber Sieg ist Sieg. Für mich ist die zweite Runde ein guter Erfolg», sagte der Bayreuther und freute sich auf ein «cooles Erlebnis» dank seiner bevorstehenden schwierigen Zweitrunden-Aufgabe gegen Wimbledon-Finalist Marin Cilic.

Die 28-jährige Görges hatte es beim 6:1, 6:0 gegen Annika Beck deutlich leichter und ließ der überforderten Bonnerin keine Chance. Eine konzentrierte Vorstellung reichte ihr gegen die fünf Jahre jüngere Beck. Nach nur 59 Minuten beendete die Bad Oldesloerin mit einer unerreichbaren Vorhand das ungleiche Duell und nahm ihre deutsche Kollegin am Netz in die Arme.

Bei ihrer elften Teilnahme an den US Open in Serie bekommt es die an Position 30 gesetzte Görges nun am Mittwoch mit Saisai Zheng aus China oder der Belgierin Alison van Uytvanck zu tun. Titelverteidigerin Angelique Kerber greift am Dienstag gegen Naomi Osaka aus Japan erstmals ins Geschehen ein. Für Grand-Slam-Debütantin Anna Zaja sind die US Open nach dem 2:6, 3:6 gegen die Russin Jekaterina Alexandrowa bereits beendet.

Auf Außenplatz 12 pustete Mayer erst einmal kräftig durch und schüttelte den Kopf, als sein erster Zweitrunden-Einzug in Flushing Meadows seit vier Jahren feststand. Über 2:36 Stunden hatte der ehemalige Davis-Cup-Spieler zum Auftakt des Tennis-Spektakels von New York ein Auf und Ab durchgemacht.

Im vierten Satz lag er Break vor, musste aber doch wieder zittern. Als er dann zum Matchgewinn aufschlug, wehrte der Weltranglisten-74. zunächst noch zwei Breakbälle ab. Beim ersten Matchball machte es ihm ein Kontrahent leicht, als er einen Return beim zweiten Aufschlag ins Netz schlug. «Ich habe es mir schwer gemacht. Ich bin ein bisschen nervös geworden vor dem Sieg», sagte Mayer, der zufrieden mit den angenehmen Temperaturen war, aber mit dem Wind haderte.

Immer wieder hat sich der Hamburg-Finalist in seiner Karriere nach langen, verletzungsbedingten Leidenszeiten zurückgekämpft. In diesem Jahr musste der Halle-Sieger von 2016 bis Mai auf seinen ersten Erfolg auf der ATP-Tour warten. Nun darf er gegen den an Position fünf gesetzten Cilic aller Voraussicht nach auf einem der größten Plätze in Flushing Meadows antreten.

Erst in Wimbledon hatte der Rasenspezialist dem früheren US-Open-Sieger ebenfalls in der zweiten Runde gegenübergestanden, aber in drei Sätzen den Kürzeren gezogen. Seit dem Wimbledon-Finale gegen Roger Federer hat der Weltranglisten-Siebte Cilic verletzungsbedingt kein Match mehr bestritten. «Er ist sicher auch nicht in Bestform», sagte Mayer.


(dpa)

(dpa)