NADA-Vorstandschefin: «Nichts unter den Teppich kehren»

Düsseldorf – Die Doping-Untersuchungen des Sonderermittlers Richard McLaren in Russland sind laut der NADA-Vorstandsvorsitzenden Andrea Gotzmann für die Glaubwürdigkeit des Sports und den Kampf gegen Sportbetrug äußerst wichtig.

«Für mich ist das ein guter Tag, weil es zeigt, dass wir nicht wegschauen und nichts unter den Teppich kehren wollen», sagte die Chefin der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Allerdings schaut sie auch «mit gemischten Gefühlen» zur Vorstellung des zweiten McLaren-Reports nach London. Denn es sei zu befürchten, «dass die neuen Ergebnisse noch einmal eine Steigerung zu dem sein werden, was wir an Enthüllungen aus dem ersten McLaren-Report kennen.» Nach seiner ersten Untersuchung hatte der Kanadier, der für die WADA ermittelt, unter anderem herausgefunden, dass staatliche russische Stellen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi Doping-Proben eigener Athleten manipuliert haben.

Sollten die Ermittlungsergebnisse sich nicht nur weiter erhärten, sondern auch noch über die des ersten Berichts hinausgehen, könnte auch ein Olympia-Ausschluss Russland von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang eine Option sei. «Das muss zur Diskussion gestellt werden, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen», meinte Gotzmann.

Man müsse erst einmal sehen, «was uns am Freitag erwartet und danach ohne Rücksicht auf Personen und Institutionen handeln», forderte die NADA-Chefin. «Sonst hat der Sport ein Glaubwürdigkeitsproblem, das er nicht mehr lösen kann.» Das Internationale Olympische Komitee hatte auf Grundlage des ersten McLaren-Reports entschieden, keinen Komplett-Bann für die Rio-Spiele zu verhängen.

Fotocredits: Alexander Heinl
(dpa)

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