Norwegen will Heim-WM 2020 mit Carlsen nicht ausrichten

Oslo – Das Heimatland von Norwegens Schach-Weltmeister Magnus Carlsen hat seine Kandidatur als Gastgeber für die Weltmeisterschaft 2020 völlig überraschend zurückgezogen.

Damit komme man einer Bitte des 28 Jahre alten Champions nach, teilte Norway Chess mit. «Wir sind sehr enttäuscht von diesem Ergebnis», heißt es in dem Statement. Der Weltverband FIDE habe den Norwegern mehrfach versichert, sie seien «sehr starke Bewerber» um die WM, die voraussichtlich im Oktober/November 2020 stattfinden wird.

Als Austragungsort des WM-Finals zwischen Titelverteidiger Carlsen und dem Sieger des Kandidatenturniers war Stavanger geplant. Magnus Carlsens Vater Henrik erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB dazu, sein Sohn habe vor Monaten einen Kompromiss vorgeschlagen: das halbe Turnier in Stavanger, die andere Hälfte in Oslo zu spielen.

«Magnus hat selbstverständlich nichts gegen Stavanger als Stadt oder als Schachveranstalter generell», schrieb der Vater auch im Namen seines Sohns und des Managers von Carlsen. Eine Schach-WM im eigenen Land sei einerseits ein Traum, andererseits wegen des noch höheren Erfolgsdrucks aber auch eine erhebliche Belastung.

Angesichts der jüngsten Äußerungen Carlsens sah der norwegische Schachbund keinen Sinn mehr darin, den Bewerbungsprozess für eine WM im Land des Weltmeisters fortzusetzen. Man könne die Kandidatur nicht verfolgen, wenn «große Unsicherheit darüber besteht, ob der Weltmeister in Norwegen spielen wird oder nicht».

Carlsen hatte seinen Titel zuletzt am 28. November 2018 gegen seinen US-Herausforderer Fabiano Caruana verteidigt. Seit 2013 sitzt der junge Norweger bereits auf dem Schach-Thron.


(dpa)

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