Österreichische Fangruppen wettern gegen Geisterspiele

Wien – Mehr als ein Dutzend österreichische Fangruppen haben sich gegen die Ausrichtung von Fußball-Geisterspielen ausgesprochen.

Die Fortsetzung der Bundesliga-Saison nach der coronabedingten Unterbrechung wäre ein «fatales Signal» an die gesamte Gesellschaft, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Fangruppen. Der Fußball würde sich damit noch weiter von seiner Basis entfernen.

Die Fangruppen sehen in den Geisterspielen demnach die Fortsetzung einer von Geld getriebenen Entwicklung, die auch mit dem Verkauf der Fernsehrechte an Pay-TV-Sender in Zusammenhang steht. «Fußball findet nicht mehr für die Fans im Stadion statt, sondern für das Fernsehen. Als Milliarden-Geldmaschinerie und Spielwiese für einige Reiche, die nur fortbestehen kann, wenn sie am Laufen gehalten wird», heißt es laut APA in der Erklärung.

Ob die Saison in der österreichischen Bundesliga mit Geisterspielen zu Ende gespielt wird, soll in dieser Woche entschieden werden. Die Bundesliga hat der Regierung ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Sportminister Werner Kogler (Grüne) hatte zuletzt erklärt, dass die Regierung Geisterspielen grundsätzlich nicht im Wege stehen werde.

Wenn es zu Geisterspielen kommt, sollten diese nach Ansicht der Fans zumindest für möglichst viele Menschen im Fernsehen verfügbar sein. «Die Liga, die Vereine und alle Entscheidungsträger haben dafür zu sorgen, dass für die Zeit dieser Ausnahmesituation jeder Fan ohne zusätzlichen Abo-Vertrag mit einem TV-Sender alle Spiele verfolgen kann. Für aktuelle Saisonkartenbesitzer muss dieser Service auf jeden Fall kostenlos sein.»

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(dpa)

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