Reinhard Rauball wird am 25. Dezember 70

Dortmund – Bundestrainer Joachim Löw gratulierte vorab. «Ein Hoch auf Sie, lieber Reinhard Rauball, und alles Gute zum Geburtstag. Sie leben den Fußball» – treffliche Worte Löws zum 70., den die Konstante des deutschen Fußballs am ersten Weihnachtstag begeht.

Rauball lebt den Fußball, ob als Präsident der Deutschen Fußball Liga oder seines Herzensvereins Borussia Dortmund. Rauball ist ein Mann der eher leisen Töne. Aber er vertritt seine Meinung auch klar, wenn es notwendig erscheint. Zum Beispiel dann, wenn rechtspopulistische Politiker einen Nationalspieler wie Jérôme Boateng rassistisch beleidigen. «An dieser Stelle kann es keine Toleranz und erst recht kein Verständnis geben», ließ Rauball wissen, als AfD-Schwätzer im Sommer von sich gaben, Menschen wollten Boateng nicht als Nachbarn haben.

Rauball gilt mit seinen stets wohlgesetzten Statements als Meister der Fußball-Diplomatie, als einer, der die Dinge auf den Punkt bringt und sich nicht verbiegen lässt. Er liebe den Fußball, bekannte er vor fünf Jahren, als er 65 wurde. Und diese Liebe zum Fußball lässt ihn unermüdlich wirken, ob als BVB-Mann oder Liga-Vordenker.

Rauball wurde am 25. Dezember 1946 in Northeim als Sohn des Juristen Johannes Rauball geboren. Abitur am Leibniz-Gymnasium in Dortmund, Jurastudium, 1972 Promotion zum Thema «Die Gemeindebezirke, Bezirksausschüsse und Ortsvorsteher» – ein eher dröges Sujet. Seit 1975 arbeitet er in einer Dortmunder Sozietät, unter anderem mit dem Schwerpunkt Sportrecht. Rauball vertrat in juristischen Fällen Prominente wie Boxer Graciano Rocchigiani, Leichtathletin Katrin Krabbe oder Dressurreiterin Nicole Uphoff.

Rauballs Leidenschaft indes ist der Fußball. Als Aktiver war er einst bei der TSC Eintracht Dortmund auf dem Rasen zu finden. Bei Borussia Dortmund machte er sich als Präsident einen Namen, war in seiner ersten Amtszeit (1979 bis 1982) mit damals 32 Jahren der jüngste Clubchef der Bundesligahistorie.

Von 1984 bis 1986 war er zum zweiten Mal BVB-Präsident und ist es seit 2004 zum dritten Mal – mit der bemerkenswerten Rettungsaktion 2005, als der Verein vor der Insolvenz stand. Erst im November wurde Rauball für weitere drei Jahre gewählt – in einem kerngesunden Club, der wirtschaftlich zu den Großen des europäischen Fußballs gehört.

In wenig guter Erinnerung dürfte Rauball ein politisches Intermezzo sein: Im März 1999 trat er als designierter nordrhein-westfälischer SPD-Justizminister einen Tag vor der Vereidigung zurück. Das ist Vergangenheit – Rauballs Zukunft wird auch mit 70 die Fußball-Leidenschaft sein.


(dpa)

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