Saisonendspurt: BVBs Frust, Mainzer Freude, Schalker Sorgen

Berlin – Spannung am Tabellenende und im Kampf um die Königsklasse: Einen Tag nach den ersten wichtigen Entscheidungen in der Fußball-Bundesliga mit dem Münchner Titel und dem Paderborner Abstieg sorgten vor allem Mainz und Düsseldorf für Überraschungen.

DORTMUNDER FRUST, MAINZER FREUDE: BVB-Trainer Lucien Favre sprach von einer «großen Enttäuschung, wie wir gespielt haben», Ex-Profi Sebastian Kehl nahm genervt zu Medienspekulationen Stellung, wonach Giovanni Reyna wegen eines angeblichen Coronafalls fehlte. «Das ist eine absolute Falschmeldung. Er hatte keinen positiven Corona-Test, es gab auch keinen Verdacht und er ist weiter im Testverfahren drin. Man sollte in den Medien sensibler mit dem Thema Corona umgehen», schimpfte der Leiter der Lizenzspielerabteilung nach dem 0:2 gegen den FSV Mainz 05. «Ich bin ein bisschen erschöpft, aber es ist ein ganz, ganz großer Tag für uns», sagte Mainz-Coach Achim Beierlorzer.

LAST-MINUTE-POINT: Trotz des in den Schlussminuten verschenkten Sieges war RB-Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann nicht sprachlos. «Ich kann für vieles eine Begründung finden», sagte er nach dem 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf. Durch Tore von Kevin Kampl (60.) und Timo Werner (63.) führte RB 2:0, doch die Treffer von Steven Skrzybski (87.) und André Hoffmann (90.+2) sorgten noch für ein überraschendes Remis und einen wichtigen Punkt für Düsseldorf im Abstiegskampf. Die Fortuna legte im Fernduell mit Werder Bremen um den Relegationsrang 16 mit einem Zähler vor. «Es ist zwar wieder nur ein Unentschieden, aber das fühlt sich wie ein Sieg an», sagte Düsseldorfs Kaan Ayhan.

SIEGLOS-SERIE: Fünf Monate ist der 17. Januar her, mit einem 2:0 startete Schalke 04 damals gegen Gladbach in die Rückrunde. Doch seitdem ist die Elf von Trainer David Wagner sieglos, Europa dürfte nach der 1:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt endgültig kein Thema mehr sein. «Wie die Jungs sich gewehrt haben, verdient Respekt. Deshalb ist es schade, dass wir das Spiel nicht mehr drehen konnten. So nehmen wir das Resultat leider mit. Wir werden weiter arbeiten», sagte Wagner. Wenn man so weitermache wie in der zweiten Halbzeit, glaube er daran, «dass wir noch ein Spiel gewinnen».

EUROPA-KURS: Hoffenheims Kapitän Benjamin Hübner bezeichnete die Tabellenkonstellation nach dem 3:1 in Augsburg als «interessant». Die TSG schloss mit 46 Punkten zum Tabellensechsten VfL Wolfsburg auf. «Wir sind momentan auf einem guten Tabellenplatz, den wir mindestens verteidigen wollen. Bis zum Schluss werden wir fighten und versuchen, unsere Position noch einmal zu verbessern», sagte Hübner nach dem zweiten Spiel nach der Trennung von Trainer Alfred Schreuder. Über einen möglichen neuen Chefcoach wurde am Mittwoch nicht debattiert.

KÖNIGSKLASSEN-KAMPF: Derby-Sieg, Vierter – und die Champions League im Blick: Bayer Leverkusen hat Borussia Mönchengladbach durch das 3:1 gegen Köln wieder überholt. «Man muss ehrlich sein: Wenn man in der Winterpause gesagt hätte, wir stehen bei noch zwei Spielen mit einem Punkt Vorsprung vor Platz fünf, hätten wir alle unterschrieben. Dass wir noch beide Spiele gewinnen müssen, wissen wir. Natürlich hätte ich lieber was weiß ich wie viele Punkte Vorsprung. Aber das ist Fußball, es ist spannend», sagte Bayer-Coach Peter Bosz.


(dpa)

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