Bayern-Serie, Giefer-Patzer und Club-Joker

Berlin – Der FC Bayern München hat durch ein 2:0 (1:0) beim kriselnden Vizemeister FC Schalke 04 die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga gefestigt.

Am nächsten kommt nach vier Spieltagen Hertha BSC durch das 4:2 (2:1) im Verfolgerduell mit Borussia Mönchengladbach. Die Berliner zogen damit an Borussia Dortmund vorbei, das bei 1899 Hoffenheim zu einem 1:1 (0:1) kam.

Weiter ungeschlagen ist Werder Bremen durch das 3:2 (2:1) beim FC Augsburg. Der VfL Wolfsburg kassierte beim 1:3 (0:2) gegen den SC Freiburg die erste Saison-Niederlage. Aufsteiger 1. FC Nürnberg feierte beim 2:0 (0:0) gegen Hannover 96 den ersten Saisonsieg.

DRUCK: Drei Niederlagen zum Saisonstart, das hatte es bei Bayer 04 Leverkusen seit dem Aufstieg in die Bundesliga 1979 noch nicht gegeben. Entsprechend stehen die Werkself und Trainer Heiko Herrlich am Sonntag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 unter Druck. «Ich habe keinen Raum, keine Zeit, keinen Platz dafür, mich mit der Kritik an mir zu befassen», sagte Herrlich, der immerhin in der Europa League beim 3:2 in Rasgrad unter der Woche ein Erfolgserlebnis bejubeln durfte.

FANS: Wieder einmal sorgten die Dortmunder Fans für unschöne Szenen in Sinsheim. Mit Schimpf-Plakaten und Schmähgesängen wüteten die BVB-Anhänger erneut gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Die Entgleisungen kamen fast schon erwartungsgemäß, nachdem der 1899-Clubchef einen Strafantrag gegen 30 Dortmunder Fans gestellt und für die Gruppe ein Hausverbot im Hoffenheimer Stadion ausgestellt hatte. Umso bitterer für Hopp, dass es aus dem erhofften zweiten Heimsieg nach dem BVB-Gegentor durch Christian Pulisic nichts wurde.

GEGENSÄTZE: Der neue Trainer Niko Kovac holte beim 2:0 gegen den FC Schalke 04 im siebten Pflichtspiel den siebten Sieg mit dem FC Bayern München. Besser geht es nicht. Ganz anders ergeht es aktuell dem Vizemeister. Die Schalker verloren alle vier Liga-Partien und auch in der Champions League gab es nur ein 1:1 gegen Porto.

JOKER: Wo das Tor steht, weiß Törles Knöll nur zu gut. In der vergangenen Saison wurde der 21-Jährige im Trikot der HSV-Reserve mit 21 Treffern in 30 Spielen Torschützenkönig der Regionalliga Nord, woraufhin der 1. FC Nürnberg ihn verpflichtete. Nun hatte der Stürmer beim 2:0 gegen Hannover 96 seinen ersten großen Auftritt in der Bundesliga. Drei Minuten nach seiner Einwechslung schoss Knöll den Hannoveraner Waldemar Anton an, von dort prallte der Ball ins Tor. Danach traf er selbst und besiegelte den ersten Saisonsieg des Aufsteigers.

MATCHWINNER: Erst am letzten Tag der Transferperiode war Roland Sallai für 4,5 Millionen Euro von APOEL Nikosia zum SC Freiburg gewechselt. In seinem ersten Spiel avancierte der Ungar gleich zum Matchwinner, erzielte beim 3:1 in Wolfsburg ein Tor und holte vor dem 2:0 den Elfmeter heraus. Weitere Heldentaten konnte er nicht vollbringen. Nach einem Check des Wolfsburgers Ignacio Camacho musste Sallai ausgewechselt werden.

OLDIE: Von wegen Teilzeitarbeiter. Der 39-jährige Claudio Pizarro kam beim 3:2 in Augsburg zu seinem Startelf-Debüt bei Werder Bremen in dieser Saison. Es war bereits das 450. Bundesliga-Spiel für den Peruaner, der im Sommer zum insgesamt fünften Mal nach Bremen gewechselt war.

PATZER: Nach seinen zwei Patzern beim 1:2 in Mainz nahm Augsburgs Trainer Manuel Baum seinen Torhüter Fabian Giefer noch demonstrativ in Schutz. Nun folgte der nächste folgenschwere Aussetzer. Beim 2:3 gegen Werder Bremen ließ er eine Flanke durch die Beine flutschen und ermöglichte so dem Bremer Neuzugang Davy Klaassen den 3:2-Siegtreffer. Danach gab es sogar Pfiffe von den eigenen Fans.

SANKTIONEN: Auf die beiden französischen Profis Nordi Mukiele und Jean-Kévin Augustin kommen bei RB Leipzig ungemütliche Zeiten zu. Das Verhalten des Duos soll laut «Bild»-Zeitung der Grund für Ralf Rangnicks Wutrede gewesen sein. Mukiele und Augustin sollen am Donnerstag vor dem 2:3 gegen RB Salzburg mit ihren Handys noch auf der Trainerbank der Red Bull Arena gesessen haben, während der Rest der Mannschaft bereits den Rasen verlassen hatte. Rangnick kündigte vor dem Gastspiel bei Eintracht Frankfurt am Sonntag (18.00 Uhr) Sanktionen an. Laut «Bild am Sonntag» soll er die Jung-Stars aus dem Kader gestrichen haben. Sie müssen zudem mit eine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe rechnen.

TORJÄGER: Im dritten Jahr scheint Ondrej Duda endlich bei Hertha BSC angekommen zu sein. Beim 4:2 gegen Borussia Mönchengladbach erzielte der Slowake schon sein viertes Saisontor. Zwischenzeitlich war Duda schon als Fehleinkauf abgestempelt worden. In seiner ersten Saison bestritt er nur drei Liga-Spiele und stand dabei ganze 67 Minuten auf dem Platz. Auch 2017/18 reichte es nur zu 17 Spielen (1 Tor), ehe er nun durchstartet und gar die Bundesliga-Torjägerliste anführt.

Fotocredits: Guido Kirchner
(dpa)