EM für DHB-Frauen bisher keine Erfolgsgeschichte

Brest – Deutschlands Handball-Frauen fiebern dem EM-Auftakt gegen Titelverteidiger Norwegen entgegen. «Wir haben nichts zu verlieren», sagte Rückraumspielerin Xenia Smits vor dem Duell mit dem Europameister und WM-Zweiten am 1. Dezember.

Nach der verpatzten Heim-WM will die DHB-Auswahl an die guten Auftritte vor zwei Jahren anknüpfen, als der sechste Platz heraussprang. Der Blick in die EM-Historie zeigt allerdings, dass Deutschland bei der Endrunde in Frankreich nur Außenseiter ist.

1994: Ein Jahr nach dem WM-Triumph holt die DHB-Auswahl bei der EM-Premiere im eigenen Land Silber. Der Siegeszug der deutschen Mannschaft wird erst im Finale von Dänemark gestoppt.

1996: Im Halbfinale erweist sich der spätere Europameister Dänemark erneut als zu stark. Das Spiel um Platz drei gegen Österreich geht mit 23:30 verloren.

1998: Die DHB-Auswahl kassiert lediglich eine Turnierniederlage – und wird doch nur Sechster. Das 18:25 gegen Ungarn bedeutet Rang drei in der Vorrunde und kostet die Medaillenchance.

2000: Dem glanzvollen 30:20 zum Auftakt gegen Österreich folgen vier ernüchternde Vorrundenniederlagen. Nach einem 22:21 im Platzierungsspiel gegen Dänemark bleibt am Ende nur Rang neun.

2002: Die erste EM mit 16 Mannschaften. Deutschland rettet sich mit nur einem Vorrundensieg in die Hauptrunde, wo alle Partien verloren gehen. Rang elf.

2004: Dieses Mal läuft es besser. Wie schon sechs Jahre zuvor kostet eine Niederlage gegen Ungarn die Medaillenchance. Ein knapper Sieg im Duell mit der Ukraine sichert Platz fünf.

2006: Erstmals seit zehn Jahren erreicht Deutschland wieder das Halbfinale, wo sich Russland als zu stark erweist. Und auch mit Bronze wird es wie damals nichts – Frankreich holt die Medaille.

2008: Wieder Halbfinale – und wieder kein Edelmetall. Nach einer ungeschlagenen Vor- und Hauptrunde bedeuten die Niederlagen gegen Spanien und Russland in der Medaillenrunde das Ende aller Träume.

2010: Der Absturz. Die deutsche Mannschaft wird mit nur einem Sieg Vorrundenletzter und verpasst dadurch die Hauptrunde. Am Ende Rang 13 – der Tiefpunkt.

2012: Ein solides Turnier. Der DHB-Auswahl gelingt in der Hauptrunde sogar ein Sieg gegen den späteren Europameister Montenegro. Platz sieben.

2014: Nur zwei Turniersiege gegen Kroatien in der Vorrunde und gegen die Slowakei in der Hauptrunde sind zu wenig. Die DHB-Auswahl wird Zehnter.

2016: Deutschland lässt in der Vorrunde mit dem Gruppensieg aufhorchen. Für das Halbfinale reicht es dann zwar nicht ganz, doch Platz sechs ist ein ermutigendes Ergebnis.

Fotocredits: Swen Pförtner
(dpa)