Harutyunyan kritisiert nach Tod von Boxern Weltverbände

Hamburg – Profiboxer Artem Harutyunyan nimmt nach dem Tod der Boxer Hugo Alfredo Santillan aus Argentinien und Maxim Dadaschew aus Russland die Kampfgerichte und Weltverbände in die Pflicht.

«Es ist ein Riesenproblem, dass Ringrichter und Ringärzte Kämpfe zu lange laufen lassen», sagte der deutsche Olympia-Dritte von 2016 dem «Hamburger Abendblatt». Harutyunyan fordert die Weltverbände zu größerem Verantwortungsbewusstsein auf. «Dass sie den Boxer in den Ring lassen, ohne dass er zuvor eine Gehirnuntersuchung durchführen lassen musste, ist unglaublich. So etwas muss vor jedem Titelkampf Pflicht sein.»

Harutyunyan hatte am 15. Juni in Hamburg gegen Santillan geboxt und diesen klar bezwungen. Dabei musste der Argentinier mehrere Kopftreffer einstecken. Danach hatte der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) eine Schutzsperre über den Südamerikaner verhängt. Diese wurde jedoch ignoriert. Bereits fünf Wochen später boxte er gegen den Uruguayer Eduardo Javier Abreu.

«Hätte man unsere Weisung befolgt, dann würde Hugo Santillan noch leben», sagte BDB-Präsident Thomas Pütz. Harutyunyan glaubt nicht, dass sich Boxer freiwillig einer Schutzsperre unterordnen. «Dafür sind die zuständig, die die Regeln einhalten müssen», meinte Harutyunyan. Er fühle sich nicht schuldig an Santillans Tod, betonte der in Hamburg lebende gebürtige Armenier, «auch wenn ich weiß, das meine Schläge Schaden angerichtet haben. Aber wenn sich im Boxen alle an die Regeln halten, dann muss niemand sterben.»

Fotocredits: Michael Kappeler
(dpa)

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