Internationale Pressestimmen zum Großen Preis von Monaco

Berlin – Der Große Preis von Monaco bot ein spektakuläres Rennen, auch wenn der Sieger am Ende wieder Lewis Hamilton hieß. Seinen vierten Saisonsieg und den Ablauf des Formel-1-Klassikers kommentieren internationale Medien wie folgt:

ITALIEN:

«La Repubblica»: Der Kämpfer Lewis Hamilton gewinnt in Monaco ein Rennen, das schwieriger war als erwartet: Der von der Pole gestartete britische Weltmeister führte das Rennen von Anfang bis Ende an. Und das trotz vieler Leiden: Mit qualmenden Reifen und zumeist mit Max Verstappen dicht auf den Fersen, dessen Atem er bis zur letzten Runde im Nacken spürte. Zum Glück nicht zu seinem Schaden: Der Niederländer von Red Bull, der als Dritter gestartet war, rutschte in der Gesamtwertung durch fünf Straf-Sekunden auf den vierten Platz ab, nachdem er in der Boxengasse mit dem Mercedes von Valtteri Bottas aneinandergeraten war.

GROßBRITANNIEN:

«The Guardian»: Mit einem Helm im selben Design, wie ihn Niki Lauda in seiner letzten Weltmeister-Saison für McLaren 1984 trug, fuhr Lewis Hamilton in Monaco einen Sieg ein, den er so unbedingt zu Ehren seines Freundes gewollt hatte. Ein Sieg, der auf intensiver Spannung, nervenaufreibender Anstrengung, Schweiß und intuitiver Entschlossenheit fußte, ist sicher einer, den Lauda bewundert und als absolut verdient angesehen hätte. Schon beim Gewinn der Pole Position hatte sich Hamilton emotional geäußert und zeigte sich erneut bewegt, als er seinen Sieg mit Erleichterung und Verzückung Lauda widmete – wozu auch ein kühner Sprung in einen Pool am Hafenrand gehörte.

SPANIEN:

«Marca»: Lewis Hamilton musste mehr als nötig leiden, um seinen vierten Grand-Prix-Sieg in Monaco zu erringen und so seine Führungsposition in der Formel 1-Weltmeisterschaft zu festigen. Ein guter Start und ein schleppendes Rennen, das durch die schlechte Reifenwahl von Mercedes gebremst wurde, genügte dem Briten, um den 77. Sieg seiner F1-Karriere zu holen. Beschämend war die Wahl des Niederländers (Max Verstappen) als Pilot des Tages, nachdem er schon dafür bestraft worden war, Bottas an eine Wand zu drücken und dann noch versucht hatte, sich Hamilton von weitem zu nähern – ohne echte Chance zum Überholen. Dafür hätte er ein zweites Mal bestraft werden sollen. Wenn er begreift, dass dies nicht Macao, sondern die Formel 1 ist, wird er schon ein ganzes Stück weiter sein.

SCHWEIZ:

«Blick»: Lewis Hamilton kürt sich in den engen Gassen zum König von Monaco. Und denkt nur an eines bzw. jemanden: Niki Lauda (†70). Überall Lauda in Monte Carlo! Die Ehrungen sind überwältigend, an jeder Ecke sind Widmungen, Trauerbekundungen und Danksagungen zu sehen. Und Lauda feiert gar einen Doppelsieg. Denn: Sowohl Sieger Hamilton als auch der zweitplatzierte Sebastian Vettel im Ferrari tragen einen Lauda-Helm. Schöne Gesten, so weit das Auge reicht. «Der ist für Niki», ist dann auch das erste, das ertönt, als Hamilton die Ziellinie überquert. (…) Der Pechvogel des Wochenendes ist Charles Leclerc. Der Monegasse kommt bei seinem zweiten Heimrennen wieder nicht ins Ziel. Nach dem Quali-Drama vom Samstag, als er nur 16. wurde und es nicht einmal ins Q2 schaffte, bleibt dem Ex-Sauber-Piloten das Pech am Auto kleben.

ÖSTERREICH:

«Kurier»: In einem der spannendsten Rennen seit vielen Jahren im Fürstentum fiel der Niederländer (Max Verstappen) in seinem Red Bull wegen einer Fünf-Sekundenstrafe aber hinter Vettel und auch Valtteri Bottas im zweiten Mercedes zurück. «Das ist für Niki», funkte die Mercedes-Crew. «Niemand außer dir hätte das zustande gebracht.» Von Lokalmatador Charles Leclerc war nur zu Beginn etwas zu sehen: Nach einer taktisch völlig missratenen Qualifikation endete seine Vollrisiko-Aufholjagd infolge einer Karambolage mit dem deutschen Renault-Fahrer Nico Hülkenberg vorzeitig.

Fotocredits: David Davies
(dpa)

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