Reaktionen zu Özils Rücktritt und Rassismus-Vorwürfen

Berlin – Mesut Özils Rücktritt aus der Nationalelf, seine Rassismus-Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund und seine massive Kritik an Medien und DFB-Sponsoren haben eine hitzige Debatte losgetreten. Nachfolgend einige Reaktionen von Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens:

«Die Bundeskanzlerin schätzt Mesut Özil sehr. Mesut Özil ist ein toller Fußballspieler, der viel für die Fußball-Nationalmannschaft geleistet hat.»

(Eine Regierungssprecherin von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin)

«Ich glaube auch nicht, dass der Fall eines in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs Auskunft gibt über die Integrationsfähigkeit in Deutschland.»

(Bundesaußenminister Heiko Maas auf einer Pressekonferenz in Berlin)

«Es ist ein Alarmzeichen, wenn sich ein großer, deutscher Fußballer wie Mesut Özil in seinem Land wegen Rassismus nicht mehr gewollt und vom DFB nicht repräsentiert fühlt.»

(Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) auf Twitter)

«Gut, dass sich Özil endlich erklärt. Bei allem Verständnis für die famil. Wurzeln, müssen sich Nationalspieler Kritik gefallen lassen, wenn sie sich für Wahlkampfzwecke hergeben. Zugleich darf diese berechtigte Kritik nicht in pauschale Abwertung von Spielern mit MGH (Migrationshintergrund) umschlagen.

(Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, auf Twitter)

«An alle Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichen Wurzeln: Wir gehören zusammen und wir akzeptieren Rassismus never ever.»

(Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel auf Twitter)

«Ich bin froh, dass der Spuk vorbei ist. Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt. Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen. Und jetzt versteckt er sich und seine Mist-Leistung hinter diesem Foto.»

(Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München in einem Kreis von Reportern vor dem Abflug des Clubs zu einer US-Tour)

«Ein wenig mehr Demut und etwas weniger Selbstherrlichkeit täte dem neuen DFB auf allen Ebenen gut.»

(Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur)

«Es war mir eine Freude, Abi.»

(Nationalspieler Jérôme Boateng blickt gern auf die Zeit mit Mesut Özil beim DFB-Team zurück. In seinem Statement auf Twitter verwendete er das türkische Wort für «Bruder» (Abi))

«Ganz egal, ob man nun für Deutschland oder das Land seiner Eltern oder Großeltern spielt – Fußball muss wieder verbinden und nicht teilen – dafür steht unser Sport! Lasst uns das niemals vergessen.»

(VfB Stuttgart-Profi Berkay Özcan hat Mesut Özil nach dessen Rücktritt aus der Nationalmannschaft als sportliches «Vorbild» bezeichnet und gefordert, dass der Sport verbinden müsse)

«Wir unterstützen die ehrenhafte Haltung unseres Bruders Mesut Özil von Herzen»

(Der türkische Sportminister Mehmet Kasapoglu auf Twitter)

«Aber stellen Sie sich vor, welchem Druck Herr Mesut in diesem Prozess ausgesetzt war. Wo sind Höflichkeit, Toleranz, Pluralismus geblieben…?!»

(Der Sprecher des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, auf Twitter)

«Anders als Özil behauptet, ist ein gemeinsames Foto mit dem für die Abschaffung der Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei gefürchteten Autokraten politisch. Und natürlich musste das kritische Fragen aufwerfen.»

(Frank Überall, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV))

«Der Rücktritt von Özil ist beschämend für das Land und erbärmlich für den DFB. Zurücktreten müssen eigentlich Bierhoff und Grindel, die sich nicht nur hinter Özil verstecken, sondern auch Ressentiments Vorschub geleistet und einen Spieler zum Freiwild gemacht haben.

(Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe auf Twitter)

«Grindel hätte gehen sollen, nicht Özil.»

(Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour auf Twitter)

«Austritt Mesut Özils aus Nationalmannschaft ist ein Dokument des Scheiterns. (…) Grindel muss auch gehen!»

(Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast auf Twitter)

«Es ist fatal, wenn junge Deutsch-Türken jetzt den Eindruck bekommen, sie hätten keinen Platz in der deutschen Nationalelf. Leistung gibt es nur in Vielfalt, nicht in Einfalt. So sind wir 2014 Weltmeister geworden. Und Frankreich jetzt.»

(Der Grüne-Abgeordnete Cem Özdemir in der «Berliner Zeitung»)

«Danke Mesut Özil für tolle Leistungen beim DFB-Team und Real Madrid! Aber die Erklärung von Dir geht weit über das Ziel hinaus!»

(Der ehemalige Fußball-Nationaltorhüter und Weltmeister von 1990, Bodo Ilgner, auf Twitter)

«Ich bin immer an Deiner Seite. Ich bin stolz auf Dich mein Schatz.»

(Özils Freundin, Schauspielerin Amine Gülse, hat in der Nacht auf Instagram ein Foto von sich mit Özil und dessen Erklärung geteilt)

«Egal was sie sagen, Du warst, bist und wirst immer ein Gewinner sein, Özil.»

(Der Schriftsteller und Bestsellerautor Paulo Coelho auf Twitter)


(dpa)

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