Sanches greift beim FC Bayern neu an

Philadelphia – Der portugiesische Fußball-Europameister Renato Sanches will seine zweite und womöglich auch schon letzte Chance beim FC Bayern München unbedingt nutzen.

«Ich will mich hier durchsetzen», sagte der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler in Philadelphia. Die aktuelle USA-Reise betrachte er als «eine große Möglichkeit», um sich beim neuen Trainer Niko Kovac zu empfehlen.

Im ersten Spiel unter Kovac hatte Sanches am Wochenende beim 3:1 der Bayern im österreichischen Klagenfurt gegen Paris Saint-Germain mit einem direkt verwandelten Freistoß das Tor zur 2:1-Führung erzielt. Kovac bescheinigte Sanches hinterher eine ordentliche Leistung und lobte zudem dessen Einsatz im Training. «Er wird sicherlich diese Saison viele gute Spiele für den FC Bayern machen», meinte der Coach.

Sanches will neu angreifen in München. «Ich bin etwas reifer geworden und habe auch meinen Spaß wiedergefunden», sagte er. Der Youngster war vor zwei Jahren für eine Ablösesumme von 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon zum FC Bayern gewechselt, konnte sich aber damals unter Trainer Carlo Ancelotti nicht durchsetzen.

In der vergangenen Saison war er an Swansea City ausgeliehen. Aber auch in England klappte es nicht, nicht zuletzt aus Verletzungsgründen. Jetzt will sich Sanches «jeden Tag durch hartes Training anbieten», auch wenn er um die große Konkurrenz im Münchner Mittelfeld weiß. «Ich will für den Verein einen Mehrwert darstellen», sagte Sanches zu seinen Zielen. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2021.

Sanches‘ Teamkollege Kingsley Coman bedauert, dass er durch seine schwere Fußverletzung zu Jahresbeginn den Gewinn des WM-Titels mit der französischen Fußball-Nationalmannschaft verpasst hat. Der 22 Jahre alte Flügelspieler glaubt aber an weitere Titelchancen mit der Équipe Tricolore. «Ich bin noch jung. Ich kann sicherlich noch zwei Weltmeisterschaften spielen», sagte Coman. Er freue sich sehr, dass Frankreich in Russland den Titel geholt habe, fühle sich aber persönlich nicht als Weltmeister.

Coman hatte sich im Februar einen Syndesmoseriss am linken Fuß zugezogen und durch seine lange Verletzungspause auch die WM verpasst. «Ich war in einer sehr guten Form bis zu meiner Verletzung. Ich hoffe, dass ich diese wieder erreichen kann. Ich fühle mich sehr gut, wenn auch noch nicht wieder bei hundert Prozent», sagte er bei einem Pressegespräch im Mannschaftshotel.

Coman war in der vergangenen Saison bis zu seiner Verletzung auf einem guten Weg, auf dem linken Flügel an seinem erfahrenen Landsmann Franck Ribéry vorbeizuziehen. «Ich will so viel spielen wie möglich», sagte er mit Blick auf die erste Saison unter dem neuen Trainer Niko Kovac. «Wie die Hierarchie aussieht oder wer vorne liegt, das muss der Trainer einschätzen», sagte Coman. Auf den Flügeln zeichnet sich ein doppeltes Generationenduell mit den Routiniers Ribéry (35) und Arjen Robben (34) sowie den Youngstern Coman und Neuzugang Serge Gnabry (23) ab.

Fotocredits: Sven Hoppe
(dpa)