Titelduell zwischen Wolfsburg und Bayern

Düsseldorf – Wer kann Titelverteidiger VfL Wolfsburg stoppen? Das internationale Starensemble von Trainer Stephan Lerch geht erneut als großer Favorit in die neue Saison der Frauenfußball-Bundesliga.

Trotz der Dominanz mit dem Double-Gewinn in der Vorsaison warnt der VfL-Coach vor dem Auftaktmatch gegen den früheren Seriensieger 1. FFC Frankfurt am Sonntag davor, den angepeilten dritten Titel nacheinander als Selbstverständlichkeit zu begreifen. «Wir dürfen uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen. Es ist nicht mehr so einfach, Spiele zu gewinnen», sagte Lerch.

In den vergangenen sechs Spielzeiten machten die Wolfsburgerinnen (2018, 2017, 2014, 2013) und Bayern München (2016, 2015) den Titel unter sich aus. Auch in der neuen Saison gelten die Bayern-Frauen als größter Herausforderer. Zumal sich das Team von Thomas Wörle mit den drei Nationalspielerinnen Laura Benkarth (Tor), Lina Magull (Mittelfeld) und Kathrin Hendrich (Abwehr) sehr gut verstärkt hat. Gleichwohl ist der 36 Jahre alte Coach nicht zu einer Kampfansage bereit. Wolfsburg sei derzeit die «Nummer eins», sagte Wörle. «Aber wir wollen versuchen, den Abstand zu verringern.»

Schon im direkten Duell am 30. September in Wolfsburg wird sich zeigen, ob die im DFB-Pokalfinale zuletzt nur im Elfmeterschießen knapp unterlegenen Münchnerinnen den Topfavoriten auf lange Sicht gefährden können. «Uns fehlt gar nicht so viel», sagte Wörle. «Wenn wir als Team alles einbringen, können wir mithalten.»

VfL-Nationalspielerin Alexandra Popp sieht den Meisterschafts-Zweiten der Vorsaison auf Augenhöhe. «Bayern München wird um den Titel mitspielen. Gerade mit den Neuzugängen, die sie verpflichtet haben. Zudem ist ein großer Teil der Mannschaft zusammengeblieben», sagte Popp, die sich dennoch selbstbewusst und titelhungrig gibt: «Wir alle haben ein großes Ziel vor Augen. Wir wollen wieder die Schale hochhalten.»

Hinter dem Top-Duo klafft eine große Lücke. Weder der letztmalige Meisterschaftsdritte SC Freiburg, die beiden Ex-Meister Turbine Potsdam und Frankfurt oder die SGS Essen besitzen die Qualität und Konstanz, die beiden finanzstärkeren Vereine über eine ganze Saison zu gefährden. Wenngleich ihnen die eine oder andere Überraschung in einem Duell mit den Top-Clubs zuzutrauen ist.

Für Essens Trainer Daniel Kraus ist es den reinen Frauenfußball-Clubs nur über vorzügliche Nachwuchsarbeit möglich, mit den Großen einigermaßen Schritt zu halten: «Wir gehören zu den Vereinen, die nicht über große Finanzmittel verfügen, aber trotzdem konkurrenzfähig bleiben wollen», sagte Kraus vor dem Saison-Eröffnungsspiel am Samstag (13.00 Uhr) beim Nachbarn MSV Duisburg.

Fotocredits: Hermann Hay
(dpa)