Wolfsburg spürt Verschleiß – Augsburgs Punkt für die Moral

Wolfsburg – Mit dem verpassten Kurzzeit-Sprung an die Tabellenspitze wollten sich Spieler und Verantwortliche beim VfL Wolfsburg nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den FC Augsburg nicht lange aufhalten.

«Natürlich ist es etwas ärgerlich, weil es eine schöne Momentaufnahme gewesen wäre», sagte VfL-Coach Oliver Glasner. «Aber am Mittwoch steht im DFB-Pokal schon wieder die nächste Begegnung gegen RB Leipzig an. Das ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel, darauf freuen wir uns sehr», sagte Glasner zum Cup-Duell gegen den Liga-Konkurrenten am Mittwochabend (18.30 Uhr).

Es geht für die Niedersachsen also im Drei-Tages-Rhythmus weiter. Sonntag Augsburg, Mittwoch Leipzig, Samstag Dortmund – es sind sehr anspruchsvolle Zeiten für den VfL, zumal das Team die hohe Belastung aus der Vergangenheit nicht gewohnt ist. «Heute hat schon ein wenig die geistige Frische gefehlt», räumte Glasner nach der Partie gegen Augsburg ein. Der Kräfteverschleiß durch die vielen Englischen Wochen wird langsam spürbar.

Nach schwungvollem Beginn ließen die Grün-Weißen stark nach und liefen sich immer wieder in der kompakten Defensive der Augsburger fest. Fast hätte es aber trotzdem noch zum nächsten Dreier gereicht. Kurz vor Schluss hatte der eingewechselte Joao Victor scheinbar den Siegtreffer erzielt. Doch Schiedsrichter Tobias Stieler gab das Tor des Brasilianers nach Ansicht der Fernsehbilder doch nicht, weil Victor im Abseits gestanden hatte.

Da Augsburgs Tin Jedvaj in der Szene aber auch den Ball an die Hand bekommen hatte, forderten sie im VfL-Lager ein Strafstoß. «Das versteh ich nicht ganz», sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Auch Glasner war über die Entscheidung ein bisschen irritiert, wollte daran aber nicht den verpassten Sieg festmachen. «Wir müssen so ehrlich sein, dass unsere Leistung heute nicht so war, dass ein Heimsieg dabei herausspringen muss», sagte Glasner.

Beim FC Augsburg konnte man mit dem Ergebnis dagegen sehr gut leben. Nach dem 2:2 gegen Bayern München brachte das torlose Remis einen weiteren Zähler, der nicht unbedingt eingeplant war. FCA-Coach Martin Schmidt sprach von «zwei Punkten für die Moral». Die Defizite seiner Mannschaft besonders im Offensivspiel waren ihm an seiner alten Wirkungsstätte aber nicht verborgen geblieben. «Wir haben noch viel Arbeit vor uns, nehmen den Kampf um den Klassenerhalt aber an.»


(dpa)

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