Trainer-Legende Rudi Gutendorf mit 93 Jahren gestorben

Berlin – Der langjährige Fußball-Trainer Rudi Gutendorf ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Das bestätigte Gutendorfs Sohn telefonisch der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir verlieren in ihm jemanden, der uns durch sein großes Herz und Positivität jeden Tag bereichert hat», hatte die Familie des Weltenbummlers zuvor in einer Mitteilung geschrieben. Der gebürtige Koblenzer starb am Freitagmorgen an Altersschwäche, wie sein Sohn Fabian erklärte.

Mit über 55 Jobs in mehr als 30 Ländern wird Gutendorf im Guinness-Buch der Rekorde als Trainer mit den meisten internationalen Engagements aufgeführt. «Ich habe mein ganzes Leben nichts anderes gemacht als Fußball. Das ist mein Beruf geworden, und ich liebe diesen Job», hat Gutendorf einmal gesagt. Er arbeitete in Europa, Amerika, Afrika, Ozeanien und Asien und wurde wegen seiner Verdienste mit zwei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet.

«Mit dem Fußball um die Welt» nannte Gutendorf daher auch sein Buch, das er im Jahr 2002 veröffentlichte – unmittelbar bevor er noch einmal die Nationalmannschaft von Samoa übernahm. Nachdem er als Spieler nie über die Oberliga hinaus gekommen war, wurde er als Trainer bekannt – und erwarb sich bei den Nationalverbänden kleinerer Länder einen guten Ruf. Vor Samoa betreute der Trainer unter anderem die Nationalteams aus Bermuda, Botswana, Grenada, Nepal sowie Trinidad und Tobago. Der frühere Weltverbands-Präsident Joseph Blatter nannte Gutendorf einst anerkennend «Fußball-Aufbauhelfer».

Mit Chile war Gutendorf, früher wegen seiner Defensivtaktik «Riegel-Rudi» genannt, auf dem Weg zur WM-Qualifikation 1974 und damit dem größten Erfolg seiner Laufbahn als Coach. Wegen des Militärputsches in dem südamerikanischen Staat musste er das Land jedoch verlassen. In Deutschland trainierte Gutendorf unter anderem den MSV Duisburg, VfB Stuttgart, Schalke 04 und den Hamburger SV.

Gutendorf habe «zahlreiche Menschen mit seiner Person und Arbeit positiv berührt», hieß es in der Mitteilung der Familie. «Es macht uns dankbar und stolz, unser Leben an seiner Seite verbracht zu haben, und wir werden ihn nie vergessen. Als «Rudi-Rastlos» war er immer ein Mensch voller Energie und Begeisterung für seine Familie und seinen geliebten Fußballsport.»

Fotocredits: Thomas Frey
(dpa)

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